Schwimmhalle in Schwerin wird geschlossen : Bald auf dem Trocknen schwimmen?

Die Dreescher Schwimmhalle in Schwerin. Foto: Archiv
Die Dreescher Schwimmhalle in Schwerin. Foto: Archiv

Die Schwimmhalle auf dem Großen Dreesch in Schwerin wird am 21. Dezember geschlossen und das Wasser aus den Becken gelassen. Sportler und Schwimmschüler befürchten, dann auf dem Trockenen zu sitzen.

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19. März 2013, 03:28 Uhr

Schwerin | In der Schwimmhalle auf dem Großen Dreesch ist am 21. Dezember erst einmal Schluss. Dann wird die Halle geschlossen und das Wasser aus den Schwimmbecken gelassen. Viele Sportler und Schwimmschüler befürchten, dass sie dann erst einmal auf dem Trockenen sitzen. Es wird mindestens ein Jahr dauern, bis die neue, neun Millionen Euro kostende Schwimmhalle auf dem Dreesch öffnet. Drei Vereine, Schulschwimmer und Nutzer des öffentlichen Schwimmens werden sich bis dahin statt zwei Hallen mit jeweils 450 Quadratmetern Wasserfläche auf die eine Halle in Lankow beschränken müssen. "Dann müssen wir mehr Krafttraining an Land machen", sagt Heike Thielmann vom Schweriner Polizeisportverein (PSV). Eine Zeit lang werde das schon gehen, optimal sei aber anders, sagt sie. Heike Thielmann hat als einzige A-Lizenz-Trainerin in der Landeshauptstadt vor allem die etwa 30 vielversprechendsten Schwimmtalente unter ihren Fittichen. Ihr wöchentlicher Trainingsplan bislang: sieben Stunden im Wasser, sechs Stunden laufen und Krafttraining an Land. Schon jetzt ist es in der Dreescher Halle eng. Heike Thielmann zieht einen Vergleich: "Ich habe zurzeit bis zu zehn Sportler auf einer 25-Meter-Bahn, in Rostock schwimmen fünf Athleten auf einer 50-Meter-Bahn." Aber die Trainerin will nicht klagen. "Wir bekommen eine neue Halle, das ist wichtig und gut." Bis das Wasser in die neuen Becken auf dem Dreesch eingelassen wird, will sie sich mit den anderen beiden Vereinen arrangieren.

Auch von der Stadt kommt Hilfe: Schwerin will einerseits die Hallennutzungszeiten prozentual für alle Nutzer zurückfahren und andererseits vom 1. Januar 2013 an vorübergehend die Schwimmhalle in Stern Buchholz nutzbar machen. Zumindest soll damit der Vereins- und Schulsport abgesichert werden, heißt es. Dafür will die Verwaltung nun die Modalitäten mit dem Eigner, der KGW Schweriner Maschinen- und Anlagenbau GmbH, besprechen.

"Das wäre die günstigste Variante", sagt Heike Thielmann. Auch wenn die Schwimmer sich dann um den Transport der Kinder nach Stern Buchholz kümmern müssten. "Das kriegen wir hin", sagt die Trainerin. Sorgen macht sie sich eher um das Krafttraining ihrer Schützlinge. Seit Monaten sucht sie nach einer optimalen Lösung: "Ich gehe nicht mit einem Klingelbeutel herum, und sammle Geld, sondern ich sammle Nutzungzeit in den Athletikräumen anderer Vereine." Sie würde es auch gern sehen, wenn die drei Schwimmvereine eng zusammenarbeiten. Im PSV trainieren knapp 170 aktive Schwimmer, davon 112 im Alter von 8 bis 14 Jahren, die talentiertesten von ihnen bei Heike Thielmann. Fünf konnte die Trainerin bereits ins Leistungszentrum nach Potsdam vermitteln, wo sie optimale Trainingsbedingungen wie eine 50-Meter-Bahn finden. Doch damit läuft sie auch Gefahr, dass die Schwimmtalente MV langfristig verloren und bei künftigen Wettkämpfen nicht für Schwerin an den Start gehen. "Aber unter den gegebenen Umständen holen wir das Beste aus unseren Sportlern heraus", sagt sie. Und den Schwerinern, die meinen, die Stadt könnte aufgrund der sieben Seen auf eine Schwimmhalle verzichten, gibt Heike Thielmann Recht. "Das stimmt", sagt sie. "Aber dann müssen wir den Leistungsgedanken in Schwerin ganz abschaffen."

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