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Zeitung für die Landeshauptstadt

15. Dezember 2017 | 13:21 Uhr

Ärger in Zapel : Bahnschranken teurer als gedacht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zapels Bürgermeister Hans-Werner Wandschneider kann Kostensteigerung nicht nachvollziehen / Radweg wird im Frühjahr gebaut

Nun wird es für die Gemeinde Zapel wohl doch teurer als ursprünglich angenommen: Es geht um den Bahnübergang, der im Vorjahr eine Schrankenanlage erhalten hat. Ursprünglich sei mal von 114 000 Euro die Rede gewesen, erinnert Bürgermeister Hans-Werner Wandschneider. Jetzt soll es um die 152 000 Euro gehen, sagt er. Die Gesamtkosten haben die 400  000-Euro-Grenze überschritten. Laut Gesetzt müssen je ein Drittel die Bahn, das Land und die Kommune übernehmen.

„Es ist immer betont worden, dass der größte Teil des kommunalen Beitrages gefördert wird“, so Wandschneider. „Zuerst war von 90 Prozent die Rede, dann von 75 Prozent. Und die Förderung soll sich nur auf die ursprüngliche Bausumme beziehen, nicht für die erhöhte.“ Damit ist noch nicht klar, wie viel Zapel letztlich zahlen muss. Wandschneider ist sauer über diese Entwicklung.

Zudem war der Bürgermeister nie von dem Bahn-Projekt überzeugt: „Es war etwa vor zehn Jahren, als die Nachricht kam, die Bahn wolle die Strecke Schwerin – Parchim ausbauen. Und zwar so, dass die Züge mit Tempo 120 statt mit 80 fahren dürfen und statt stündlich sogar im 30-Minuten-Takt verkehren. Wegen der Wirtschaftlichkeit, Anpassung an die moderne Zeit und auch wegen des Parchimer Flugplatzes, der an Bedeutung gewinnen sollte – so begründete man uns das damals. Dazu sei es aber notwendig, die Bahnübergänge an der Strecke mit Schranken auszurüsten. Jetzt sind die Übergänge fertig. Aber die Züge fahren weiterhin stündlich. Und mit Tempo 80.“

SVZ fragte bei der Bahn AG nach. Es sei richtig, dass sich die Kosten für die Errichtung des Bahnübergangs gegenüber der Planung erhöht haben, so ein Pressesprecher. Ein Grund dafür sei auch der zusätzliche Bau des Radweges. Dieser sei in der ursprünglichen Planung nicht vorgesehen gewesen. Mit der Gemeinde werde dazu eine Nachtragsvereinbarung abgeschlossen.

Die Geschwindigkeit auf dem Abschnitt Crivitz-Parchim betrug bis Dezember vergangenen Jahres Tempo 60. Jetzt konnte sie zunächst auf Tempo 80 angehoben werden. Zwei Jahre lang müssen Gleisanlage und Untergrund beobachtet und dokumentiert werden. Dann werde die Geschwindigkeit Ende 2017 auf Tempo 100 angehoben.

Eine Geschwindigkeit von Tempo 120 – wie es vor mehr als 15 Jahren mal mit dem Land MV vereinbart worden war, werde es aber nicht geben. Denn das hätte eine Aufwertung der Strecke vom Status einer Nebenbahn zu einer Hauptbahn nach sich gezogen und vor allem beim Tiefbau sehr kostenintensive, zusätzlich Leistungen erfordert, erklärt der Pressesprecher. Dieser Aufwand hätte den daraus resultierenden Fahrtzeitgewinn auf dem Abschnitt Crivitz-Parchim von etwa einer Minute nicht gerechtfertigt. Die Änderung ist mit dem Land schon 2006/07 abgestimmt und bestätigt worden.

Für Diskussion sorgte auch der geplante Bau des Radweges, für dessen Kosten die Bahn aufkommen wollte. Der Radweg soll von Zapel-Dorf zur B 321 führen, so dass die Zapeler vom Dorf bis Crivitz sicher radeln können. Ursprünglich sollte mit den Arbeiten im Sommer des vergangenen Jahres begonnen werden, erinnert der Zapeler Bürgermeister. Bislang sei aber nichts geschehen.

Auf SVZ-Nachfrage teilte die Bahn mit, dass die Bauarbeiten ausgeschrieben sind. Baubeginn ist für Anfang März vorgesehen und die Fertigstellung des Radweges ist für Ende Mai geplant.




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