Bahnhof Rugensee, alles aussteigen!

Achtung, dies ist kein echter Bahnhof, sondern nur die Sammlung eines Bahnmanagers ...
Achtung, dies ist kein echter Bahnhof, sondern nur die Sammlung eines Bahnmanagers ...

Bahnmanager Thomas Köpke sammelt in seinem Garten Bahnsignale / Vater Wolfgang töpfert auf dem Hof und ist Chef eines Keramikvereins

svz.de von
11. Juni 2018, 23:20 Uhr

Wer auf der Alt Metelner Straße aus Richtung Lübstorf nach Rugensee herein fährt, staunt nicht schlecht: Am Straßenrand, mitten in einem Garten, stehen Bahnsignale wie an einer Zugstrecke. „Die sammelt mein Sohn Thomas“, erklärt Wolfgang Köpke, der gerade im Garten werkelt. „Der ist Manager bei der Deutschen Bahn und wollte früher Lokomotivführer werden.“ Die Signale im Vorgarten standen früher in Dessau oder Cottbus und wurden von dem leidenschaftlichen Sammler extra hierher geschafft, nachdem sie außer Dienst gestellt wurden. „Oben in seinem Zimmer hat er sogar ein originales Zugabteil mit Holzbänken aufgebaut“, verrät der Vater noch. Doch wie es sich für einen Bahnmanager gehört, ist Thomas Köpke immerzu auf Achse und nur an den Wochenenden zu Hause – der Hauptarbeitsort ist Hamburg.

„Das mit den Signalen ist praktisch“, sagt Wolfgang Köpke, „wenn ich zu Kunst Offen ausstelle, kann ich immer sagen: ‘Es ist da, wo es wie auf einem Bahnhof aussieht - am Bahnhof Rugensee.‘“

Der Rentner töpfert auf dem „Bahnhof Rugensee“. Früher arbeitete er als Kunstlehrer am Sportgymnasium in Schwerin und brachte dort auch den Schülern das Töpfern und Brennen sowie die Bearbeitung von Keramik bei. „Wenn ich in den Keller zu den Brennöfen gegangen bin, war der ganze Schulstress weg aus meinem Kopf“, erinnert er sich. Wolfgang Köpke ist stolz darauf, dass so einige seiner Schüler ebenfalls eine kreative Laufbahn eingeschlagen haben, als Berufskünstler oder in der Modebranche. „Ich war in den letzten Jahren vor der Wende auch Leiter des Keramikvereins Schwerin. Da waren wir 180 Mitglieder.“

Heute gibt es den Verein immer noch, aber es sind nur noch sechs Hobby-Kunsthandwerker, die sich einmal in der Woche treffen, um ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. „Einer von uns ist leider gerade gestorben“, bedauert Wolfgang Köpke.

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