Neue Baustelle in Schwerin : Bahngleise werden umverlegt

Wenn im oberen Bereich der Wittenburger Straße die Gleise auf die andere Straßenseite kommen, müssen sie auch im Zufahrtsbereich zum Marienplatz verlegt werden.
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Wenn im oberen Bereich der Wittenburger Straße die Gleise auf die andere Straßenseite kommen, müssen sie auch im Zufahrtsbereich zum Marienplatz verlegt werden.

Straßenbahn soll in der Wittenburger Straße künftig auf der rechten Fahrbahnseite fahren – doch das erfordert zusätzliche Investitionen

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12. September 2015, 08:00 Uhr

Die Straßenbahngleise in der Wittenburger Straße sollen zwischen Friedensstraße und Marienplatz umverlegt werden. Derzeit befinden sie sich auf der linken Straßenseite, künftig sollen sie nach rechts. Während dies im oberen Bereich kein Problem ist, da dort sowohl Straße als auch Eisenbahnbrücke ohnehin erneuert werden, müssen im bereits sanierten unteren Bereich der Straße zwischen Reiferbahn und Lübecker Straße rund 150 Meter Fahrbahn wieder aufgerissen werden und auch rund 30 Meter der Pflasterung am Marienplatz.

Das bringt viele Schweriner auf die Palme. „Hier soll Geld mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen werden“, sagt beispielsweise Norbert Kähler wütend. „Die Stadt spricht immer davon, dass gespart werden muss, und hier tut sie genau das Gegenteil“, kritisiert er. Die Umverlegung der Gleise im oberen Teil mehr in die Straßenmitte findet er aber gut. Das entspanne die Situation für Fußgänger und Radfahrer erheblich.

Dieses Argument führt auch die Stadt zur Rechtfertigung ihrer Pläne an. „Mit dem Neubau der Wittenburger Brücke stehen wir vor einer strategischen Entscheidung für die nächsten 70 bis 100 Jahre “, erklärt Baudezernent Bernd Nottebaum. „Wir haben Rechtsverkehr und durch die ohnehin durchzuführenden Bauarbeiten jetzt die einmalige Chance, im gesamten Bereich der Wittenburger Straße die Bahngleise in die rechte Fahrbahnhälfte zu verlegen.“ Das entschärfe das bisherige Gefahrenpotenzial vor allem für die Radfahrer, die immer wieder die Straßenbahn im Gegenverkehr hatten. „Zudem könnten wir so eine weitere Weiche für die Zukunft stellen: Wir können dann im Bedarfsfall die Wittenburger Straße auch in beiden Richtungen befahren.“ Dies könnte bereits eintreten, wenn die Brücke Wallstraße erneuert wird.

Die konkreten Baupläne für den Bereich Friedensstraße-Johannesstraße sehen vor, dass die Gleise etwas rechts der Fahrbahnmitte verlegt werden. „Die bestehenden Parkplätze und Lieferzonen werden nicht angetastet“, verspricht Carsten Bierstedt vom Amt für Verkehrsmanagement.

Die Kritik an der Umverlegung der Gleise im unteren Bereich der Wittenburger Straße kann Nottebaum verstehen, verweist aber darauf, dass es keine Alternative gäbe. Denn in naher Zukunft hätte auch im Bereich Reiferbahn-Lübecker Straße investiert werden müssen, sagt er. Die Straße sei auch schon 20 Jahre alt. Da sei es sinnvoller, das jetzt in einem Zuge zu tun. Und für die Straßenerneuerung im Sanierungsgebiet bekomme die Stadt Fördermittel.

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