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Schwimmhalle Schwerin : Bahn frei für Schnellschwimmer

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schwimmhalle reagiert auf Kritik: Abgetrennter Bereich für Freizeitsportler und mehr Zeit im großen Becken für öffentliches Baden

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Wie an einer Leine gezogen fallen die jungen Nachwuchsschwimmer in das Becken. „Brust!“, ruft ihnen Peter Mayer zu. Der ehrenamtliche Trainer des PSV Schwerin hat gemeinsam mit seinem Trainer-Kollegen Andreas Böttcher die Aufsicht über 50 Kinder. Sechs Tage pro Woche trainieren die Mitglieder des PSV Schwerin in der Schwimmhalle auf dem Großen Dreesch. Freizeitschwimmer müssen zwangsläufig auf das Mehrzweckbecken ausweichen. Doch dort tummeln sich auch ältere Damen und Kleinkinder. Unfaire Behandlung oder sinnvolle Maßnahme?

„Natürlich gibt es immer wieder einzelne Beschwerden. Einige Gäste möchten gerne ihre Bahnen in Ruhe schwimmen und werden eigenen Angaben nach durch andere Badegäste gestört“, berichtet Matthias Tillmann, Fachgruppenleiter Sport der Stadt. Darauf habe man nun reagiert und eine schwimmende Linie durch das Becken gezogen – eine Art Schnellschwimmerbahn für ambitionierte Hobby-Schwimmer.

Mayer und sein Kollege Böttcher können die Aufregung um die Beckenbelegung nicht verstehen. Sie sind der Stadt für die neue Schwimmhalle dankbar. Seit der Eröffnung vor einem Jahr hätten sich die Trainingsmöglichkeiten erheblich verbessert. „Wir sind pro Stunde mit 80 Nachwuchsschwimmern in der Halle und nutzen das Sechs-Bahnen-Becken intensiv“, sagt Mayer. Die Zahlen von Schwimmhallen-Chef Stefan Kuß bestätigen dies: Im vergangenen Jahr sprangen mehr als 154 000 Gäste auf dem Großen Dreesch ins Wasser. Davon waren rund 37 500 Schulschwimmer, 69 500 Vereinsschwimmer und 47 400 öffentliche Badegäste. „Die Wochenstunden widerlegen die Behauptung, Freizeitschwimmer würden nicht fair behandelt werden. Während Vereine insgesamt nur 41 Stunden die Halle belegen, kann die Bevölkerung insgesamt 74 Stunden pro Woche in den Becken schwimmen“, erläutert Fachgruppenleiter Tillmann. Seit Dezember können Nichtvereinsmitglieder neben Freitagabend auch am Dienstag zwischen 19.30 und 21 Uhr das Sechs-Bahnen-Becken nutzen. „Natürlich versuchen wir, jeden Wunsch zu berücksichtigen. Alle bringen wir dabei jedoch nicht unter einen Hut“, sagt Hallen-Chef Kuß.

Die zusätzlichen Möglichkeiten sind laut Andreas Böttcher dabei nicht der einzige positive Effekt des neuen Schwimmbades: „In letzter Zeit sind auch die Zahlen unserer jungen Mitglieder gewachsen. Das ist natürlich das Non-Plus-Ultra für uns.“

So läge die Wartezeit für die Teilnahme an einem Schwimmkurs bei einem halben Jahr. Für Peter Mayer liegt die Erklärung für die vielen neuen Mitglieder auf der Hand: „Seit der Neueröffnung haben wir ja praktisch zwei Schwimmhallen in einer. Und die Öffentlichkeit kann uns beim Training zuschauen.“ Vielleicht wird ja so aus einem der Freizeitschwimmer ein neues Vereinsmitglied.

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