Verkehr : Bahn baut Strecke von Schwerin nach Bad Kleinen aus

Der Bahnübergang in Lübstorf  und die Bahnsteige wurden schon im vorigen Jahr erneuert.
Der Bahnübergang in Lübstorf und die Bahnsteige wurden schon im vorigen Jahr erneuert.

2019 sollen Züge mit Tempo 160 fahren: Pläne für 80-Millionen-Euro-Vorhaben liegen derzeit im Lützower Bauamt aus.

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14. Januar 2016, 16:00 Uhr

Doppelstock-IC-Züge mit Tempo 160 auf den Bahngleisen in Westmecklenburg – noch ist das Zukunftsmusik. Doch die Bahn will im Frühjahr 2017 zwischen Schwerin und Bad Kleinen an den weiteren Streckenausbau gehen, um dieses Fernziel zu erreichen. Rund 80 Millionen Euro sollen dafür bis Ende 2019 investiert werden. Das geht aus den Unterlagen des Eisenbahn-Bundesamtes hervor, die innerhalb des Planfeststellungsverfahrens seit Jahresbeginn in den Bauämtern in Lützow und Dorf Mecklenburg öffentlich ausliegen.

Ein wichtiger Teil dieses Großprojektes ist die Errichtung des elektronischen Stellwerks in Lübstorf – zur Fernsteuerung der Signale und Weichen von der Betriebszentrale in Berlin aus. Die jetzigen Stellwerks-Betriebsstellen in Carlshöhe und Lübstorf werden nach Fertigstellung nicht mehr benötigt. Das neue Stellwerk kann aber nur arbeiten, wenn auch Gleise und Weichen erneuert werden. Ebenfalls zu diesem Vorhaben gehört der Neubau der Oberleitungsanlage.

Bei Lübstorf muss zudem der Unterbau der Gleise auf einer Länge von etwa 400 Metern komplett neu gemacht werden. Denn bei Kronshof, südlich von Lübstorf, führt die Bahnstrecke durch morastigen Untergrund. Dort ist eine „aufwändige Tiefengründung“ nötig, heißt es von der Pressestelle der Bahn in Berlin. Das ist quasi ein Neubau der Bahnstrecke. Diese Arbeiten sollen in den ersten vier Monaten des Jahres 2018 ausgeführt werden. Dann muss die Bahnstrecke zwischen Schwerin und Bad Kleinen komplett gesperrt werden, kündigt die Pressestelle schon jetzt an.

Diese Vollsperrung ist aber die Ausnahme. Ansonsten gilt für die gesamte Bauzeit, die von Mai 2017 bis Ende 2019 dauern soll, dass jeder Abschnitt sofort nach seiner Fertigstellung wieder in Betrieb genommen wird.

Die Bauunterlagen für die Erneuerung umfassen acht dicke Aktenordner. Ein solcher Satz steht jeweils in den Bauämtern in Lützow und Dorf Mecklenburg. Bis zum 3. Februar können Interessenten Einsicht in die Unterlagen nehmen und sich bis zum 17. Februar dazu äußern. „Es hat zwar schon einige Anfragen gegeben, aber reingeguckt in die Akten hat bislang noch kein Bürger“, erzählt Maik Triebsch vom Lützower Bauamt. Bei ihm können Einwohner aus dem Amtsbereich Lützow-Lübstorf unter der Telefonnummer 038874/30255 auch einen Termin vereinbaren, denn die Einsicht in die Unterlagen ist auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Inhaltliche Auskünfte gibt es aber nicht: Das Amt stellt seine Räume zur Verfügung, damit die Unterlagen des Eisenbahn-Bundesamtes für jedermann zugänglich sind.

Übrigens geht es bei diesem Projekt ausschließlich um Arbeiten an der vorhandenen Bahnstrecke. Der so genannte Verbindungsbogen bei Bad Kleinen ist nicht Bestandteil dieser Planungen, heißt es von der Bahn-Pressestelle. Die steht seit Jahren auf der Agenda, um die Bahnstrecke und die Fahrzeit zwischen Schwerin und Lübeck zu verkürzen. Doch schon mit den jetzt geplanten Erneuerungen sollen sich die Bedingungen für den Fernverkehr der Bahn auf dieser Strecke merklich verbessern: Ab dem Fahrplanwechsel 2019 sollen Züge hier mit Tempo 160 fahren können – durchgängig. Schwerin wird besser ans Fernverkehrsnetz angeschlossen. Alle zwei Stunden soll ein IC am Hauptbahnhof halten. Und nach und nach werden die jetzigen IC-Reisezugwagen durch moderne Doppelstockzüge ersetzt.

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