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Gemeinde Langen Brütz investierte 150 000 Euro : Badestelle saniert: Pächter gesucht

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Der neue Badesteg am Cambser See in Langen Brütz ist so gut wie fertig. Die Gemeinde Langen Brütz investierte 150 000 Euro für den Badespaß und will das Areal am jetzt bewirtschaften lassen.

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2013 | 09:50 Uhr

Langen Brütz | Der neue Badesteg am Cambser See in Langen Brütz ist so gut wie fertig. Das kleine Strandgebäude für den Imbiss steht. Die Sanitäreinrichtung wurde gründlich überholt. Für all diese Maßnahmen stellte die Gemeinde in den beiden zurückliegenden Jahren rund 150 000 Euro bereit - einschließlich Fördermittel. Jetzt soll die auf Vordermann gebrachte Badestelle verpachtet werden, erklärt Bürgermeister Gunnar Weinke. Darin seien sich die Gemeindevertreter einig. "Wir haben gute Voraussetzungen dafür geschaffen."

Die Badestelle einschließlich der vorgelagerten Parkplätze soll vom 1. Juni an für zunächst ein Jahr an einen Interessenten abgegeben werden. Der Pachtvertrag kann danach automatisch verlängert werden.

Der künftige Pächter soll die Badegäste mit Imbiss und Getränken versorgen. Dazu kann er das kleine Strandgebäude mit Terrasse nutzen. Allerdings muss er das notwendige Inventar mitbringen, vorwiegend Tische und Stühle. Geöffnet sein soll täglich in der Saison, künftig in den Monaten Mai bis September. Dabei kann sich der Pächter an den Wetterbedingungen orientieren; wenn es längere Zeit regnet oder kalt ist, müsse nicht zwangsläufig die "Tagesbewirtschaftung" gesichert sein, erklärt der Bürgermeister. Der Pächter ist berechtigt, Eintritt zu erhaben, so Weinke weiter. Wie hoch dieser konkret sein soll, in welcher Form er zu entrichten, dass müsse noch genau besprochen werden. Fest stehe aber, dass Einwohner der Gemeinde Langen Brütz beim Eintritt Ermäßigung - maximal die Hälfte des regulären Tarifs - erhalten. Kinder, die jünger als sieben Jahre sind, sollen keinen Eintritt zahlen.

Der Bürgermeister weiß, dass die Eintrittspreise bei Einheimischen wie Gästen für Diskussionen sorgen werden. "Aber", so bittet er um Verständnis, "unsere Gemeinde ist nicht in der Lage, die Badestelle selbst zu betreiben. Und ein Pächter muss für alle Betriebskosten aufkommen. Er soll dafür sorgen, dass die Badestelle sauber und gepflegt aussieht, kein Müll herumliegt, ist für Ordnung und Sicherheit zuständig. Deshalb erscheint es uns nur gerecht, wenn er auch Eintritt nimmt." Zumal, so Weinke, zahlreiche Badegäste aus Nachbargemeinden nach Langen Brütz kommen. Bei der Sanierung der Badestelle habe die Kommune erhebliche Mittel in die Hand genommen. "Wir hätten es gern gesehen, wenn sich Leezen an den Kosten beteiligt hätte. Aber unser Anfrage damals fiel negativ aus", erinnert Gunnar Weinke. Die Leezener Gemeindevertreter hatten seinerzeit darüber beraten und es mehrheitlich abgelehnt, so Leezens Bürgermeister Karl-Hermann Wreth. "Wir können kein Geld an eine Nachbargemeinde verschenken. Mit einem zinslosen Kommunalkredit hätten wir geholfen", sagte er. Jetzt hat Langen Brütz die Sanierungskosten allein getragen. Möglich sein sollen künftig drei größere Veranstaltungen im Jahr am Cambser See: Osterfeuer und Erntefest gehörten in der Vergangenheit zu den Traditionsfesten. Diese möchte die Gemeinde wieder aufleben lassen - mit Hilfe des Pächters, der sie mit örtlichen Vereinen organisieren kann. Große Musikveranstaltungen am See, wie sie schon mal vor einigen Jahren ein Interessent vorgeschlagen hatte, wird es nicht geben, unterstreicht Gunnar Weinke. Einwohner hatten sich vehement dagegen ausgesprochen und Unterschriften gesammelt. Sie befürchteten, dass die Musik das Dorf beschalle und die Autos der Gäste die Straßen und Wege versperren.

Was aber weiterhin am See angeboten werden sollte, ist der Schwimmunterricht. Hier hatten sich in den Vorjahren die Wasserwacht des ASB Kreisverbandes Schwerin-Parchim bzw. das DRK stark engagiert. Langen Brütz hat sich in der zurückliegenden Jahren diesbezüglich einen guten Namen erworben. Viele Kinder aus der Region haben hier schwimmen gelernt.

Wichtig: Strand und Badestelle sind jederzeit zugänglich, damit Badende keine Einschränkungen haben, wenn der Pächter sein "Tagesgeschäft" beendet, betont Weinke gegenüber SVZ. Allerdings bleibe der Badesteg selbst abends geschlossen. Der Zugang zum See und das Baden seien aber jederzeit möglich.

Jetzt hofft der Langen Brützer Bürgermeister, dass sich interessierte Pächter melden. Noch bleibe Zeit, die Saison am Badestrand gut vorzubereiten. Und wenn sich kein Pächter für diese Saison findet? Dann kann selbstverständlich auch gebadet werden, aber die Bewirtschaft läuft auf Sparflamme. Weinke: "Wir haben keinen Gemeindearbeiter, der hier nach dem Rechten sehen kann."

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