Lebensretterin : Badesaison am Tiefen See zu Ende

Das Demener Neptunfest war der stimmungsvolle Höhepunkt der Badesaison am Tiefen See.
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Das Demener Neptunfest war der stimmungsvolle Höhepunkt der Badesaison am Tiefen See.

Julia Schobert aus Demen legte in den Sommerferien ihre Rettungsschwimmer-Prüfung ab und hatte schon erste Einsätze

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31. August 2015, 16:00 Uhr

Am Wochenende hissten Rolf Stiehler und Julia Schobert zum letzten Mal für diesen Sommer die ASB-Flagge am Tiefen See von Demen. Gestern Abend wurde sie eingezogen. Die Badesaison hier ist vorbei. „Ohne besondere Vorkommnisse“, wie der 67-jährige Stiehler meint. „Wir mussten lediglich kleine Wunden bei Verletzungen behandeln.“ An der Seite des erfahrenen Rettungsschwimmers und Wachleiters steht Julia Schobert.

Die 16-jährige Gymnasiastin aus Demen war zu Ende der Saison einige Male als zweite Rettungsgängerin im Einsatz. Zu Beginn war sie jedoch noch Schülerin bei den Ausbildern vom ASB-Wasserrettungsdienst. „Ich habe im Vorjahr hier meine Goldene Schwimmstufe gemacht und in diesem Jahr die erste Rettungsschwimmer-Ausbildung absolviert“, erzählt Julia Schobert. „Ich mache auf jeden Fall weiter. Schwimmlehrerin möchte ich ebenfalls werden.“ Der jetzige Zehntklässlerin macht das nicht nur Spaß, sie ist überzeugt davon, dass es sie ganz persönlich weiterbringt, so zu helfen und Verantwortung zu übernehmen.

Das hört Sandra Schobert gern. Sie ist stolz auf ihre Tochter, die sich aber ganz allein für dieses ehrenamtliche Engagement entschieden hat. „Vor allem finde ich gut, dass unsere Badestelle bewacht wird“, betont Sandra Schobert. Seit 2011 ist das in jedem Sommer der Fall. „Davor habe ich schon selbst einmal einen Jungen aus dem See gezogen“, erzählt die Demenerin. „Zum Glück noch rechtzeitig.“ Und auch wenn die Badestelle am Tiefen See zeitweise mit Rettungsschwimmern besetzt ist, sieht Sandra Schobert Die Hauptverantwortung für die Sicherheit immer bei den Badegästen. Die gehen ja auch in den See, wenn keine Fahne am Steg weht, die Rettungsschwimmer also gar nicht im Einsatz sind.

„Das Entscheidende ist, dass die Leute gut schwimmen können, möglichst schon die Kinder“, betont Rolf Stiehler. Die ASB-Wasserretter setzten daher seit Jahren auf die Ausbildung. Vor den Sommerferien fand der Schwimmunterricht für die 62 Crivitzer Drittklässler wieder in Demen statt. In jeder des sechs Ferienwochen gab es einen Schwimmkurse, 168 Kinder insgesamt nahmen daran teil. Und in einem Extrakurs wurden fünf neue Rettungsschwimmer ausgebildet. Das ist für Stiehler und Co nichts Besonderes mehr.

Unterm Strich stehen für Rolf Stiehler und 16 weitere Rettungsschwimmer, die in Demen seit Mitte Juni im Einsatz waren, 424 Wachstunden am Tiefen See. „Wir haben hier gute Voraussetzungen und die Unterstützung der Gemeinde“, bedankt sich der Wachleiter. Das zeigte sich auch beim Neptunfest, das mit dem ganzen Dorf gefeiert wurde. Das alles hat Stiehler in seiner Saisonbilanz aufgelistet – aber ebenfalls nicht als besondere Vorkommnisse.

Eine Besonderheit fällt dem 67-Jährigen aber doch noch ein: Gleich zwei ihrer Schutzzelte haben die Helfer in diesem Sommer eingebüßt. Das erste wurde bei einem Sturm zerstört. Das neue Zelt wiederum ist kurz nach dem Aufbau spurlos verschwunden. Doch spontan kam Hilfe aus dem Dorf, eine Familie stellte ein Partyzelt als Unterstand zur Verfügung. „Das war ein Provisorium, hat aber gut funktioniert, bedankt sich Stiehler. Und die Aussichten, dass es bald echte Unterkünfte gibt, sind gut: Die Gemeinde Demen möchte die Steganlage erneuern, Sanitäranlagen und Unterkünfte für die Rettungsschwimmer schaffen.

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