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Schwimmen in Schwerin : Baden am Strand neu abgesichert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach tödlichem Unfall im Sommer hat die Stadt eine neue Strandordnung erarbeitet und sie beim Ortsbeirat Zippendorf vorgestellt

von
erstellt am 16.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Der tödliche Badeunfall eines kleinen Mädchens am Zippendorfer Strand im vergangenen Sommer hat Folgen für diese Saison: Nach heftiger Kritik auch an der Verwaltungsspitze hat die Stadt die Strandordnung überarbeitet und die Badeaufsicht verstärkt. Künftig sollen zwei hauptamtliche Rettungsschwimmer für Sicherheit sorgen und zwar werktags von 13 bis 20 Uhr, am Wochenende sowie in den Ferien von 12 bis 20 Uhr. Nach einer Neuausschreibung hat sich die Stadt wieder für das DRK als Vertragspartner bei der Strandaufsicht entschieden. Auch der Verein war in die Kritik geraten, weil im vergangenen Jahr offenkundig nicht genügend Rettungsschwimmer für die Badeaufsichten zur Verfügung standen und so der Strand teilweise unbewacht war.

2015 waren die Retter noch ehrenamtlich tätig. Nach der neuen Vereinbarung arbeiten sie jetzt im Hauptamt, werden also regulär bezahlt für ihren Dienst. Zu wenig Personal gäbe es heute auch nicht mehr: „Wir haben junge Rettungsschwimmer ausgebildet, die jetzt mit der Schule fertig sind und bis zum Studienbeginn im Herbst gern als Strandaufsicht arbeiten möchten“, sagt Oliver Marquardt vom DRK. „Außerdem werden Rettungsschwimmer auch über die Arbeitsagentur gesucht.“

Der bewachte Bereich reicht vom Bosselmann-Parkplatz bis zur Alten Dorfstraße und soll mit mehr Wasser-Tonnen besser gekennzeichnet werden. Nonno Schacht, Abteilungsleiter bei den Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen, stellte das neue Konzept dem Ortsbeirat Zippendorf vor, der das Thema in den vergangenen Monaten mehrfach auf der Tagesordnung hatte. Viele Anwohner standen nach dem Tod des Mädchens unter Schock und grübeln seitdem intensiv, was zu tun ist, damit kein Mensch mehr am Strand ertrinkt. Ein Vorschlag:
einen Nichtschwimmerbereich kennzeichnen. Das habe es zu DDR-Zeiten gegeben und gut funktioniert. Die SDS halten das aber für schwer umsetzbar. Gegenargumente: ständige Sedimentsbewegung im Grund, wechselnde Wasserstände bis zu einem halben Meter und die Schwierigkeit der Befestigung für eine Trennleine.

Dass die Wassertiefen gerade im Strandbereich sehr unterschiedlich sind und das Kind offenbar an einer tieferen Stelle ertrunken ist, auch dieser Fakt hat den Ortsbeirat lange beschäftigt. Sollten oder können Strandbesucher über diese besondere Gefahr informiert werden, fragten die Mitglieder. Als Antwort gab es ein Schulterzucken. „Bislang ist da nichts vorgesehen“, so Nonno Schacht.

Vorgesehen ist allerdings, auch ausländische Gäste über Rechte und Pflichten am Strand zu informieren. Die ausführliche Strandordnung wird deshalb am Pavillon nicht nur in Deutsch, sondern auch auf Englisch, Russisch und Arabisch zu lesen sein. Darin ist die Bewachung und Beflaggung erklärt, es wird aber auch auf die Aufsichtspflicht der Eltern für ihre Kinder hingewiesen. Außerdem sind Hunde am Strand verboten, ebenso wie Grillen, Angeln und Müll machen. Die professionelle, regelmäßige Strandreinigung mit Treckern beginnt im Mai. Dann sollen auch rund 1000 Quadratmeter Sand rund um das Spielschiff grundgesäubert werden.

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