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Crivitz : Badegower blicken mit Sorge auf Straßenbaustelle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Einwohner befürchten, dass nach der Sanierung das Regenwasser auf ihre Grundstücke läuft

von
erstellt am 14.Jan.2015 | 23:57 Uhr

Unmut macht sich in Badegow, einem Ortsteil der Stadt Crivitz, breit. Grund ist der Straßenausbau: Die Kreisstraße 111 wird auf einer Länge von 525 Metern und einer Breite von sechs Metern im Dorf erneuert. Die Sorge der Anwohner: Die neue Fahrbahn wird höher liegen als die angrenzenden Grundstücke – auch höher als die alte. Daher könnten Regen- und Schmelzwasser ungehindert auf die Grundstücke fließen.

Dass wollen die Anwohner wie Marko Heimpold natürlich nicht. „Nach so vielen Jahren wird diese Kreisstraße in Richtung Bülow nun endlich ausgebaut. Darüber freuen wir uns alle im Dorf“, betont der Badegower. „Und der Baubereich, der von der Landesstraße abgeht, ist ja auch in Ordnung. Dort wurde auch eine Regenentwässerung eingebaut. Aber im zweiten Teilstück ist keine mehr geplant. Hier soll das Wasser oberirdisch ablaufen. Wir sehen hier Probleme.“

Schon jetzt liege der Unterbau für die neu zu errichtenden Fahrbahn höher als die angrenzenden Grundstücke. Folge jetzt wie geplant die Bitumenschicht, betrage der Höhenunterschied bis zu 40 Zentimeter, schätzt Anlieger Harry Gawronski. Die Straßenkante soll abgeschrägt, die Schräge dann mit Granulat angefüllt werden. Harry Gawronski bezweifelt, dass dieses Granulat allzu lange halten wird. Der Regen werde es mit der Zeit auswaschen, vermutet er. Damit die Einwohner mit ihren Autos auf die Grundstücke kommen, werden die Zufahrten angepasst und gepflastert. „Wir hoffen nur, dass es mit der Neigung auch hinkommt“, so Harry Gawronski.

Aus Sicht der besorgten Badegower, zu den auch Hans-Joachim Gaulke und sein Sohn Christian gehören, müsste der Unterbau wesentlich tiefer liegen. So sei es im ursprünglichen Bauplan vorgesehen gewesen, meint Marko Heimpold. Ihre Bedenken haben die Badegower dem Fachdienst Straßen- und Tiefbau des Landkreises Ludwigslust-Parchim mitgeteilt – schriftlich und mündlich. Es gab mehrere Vor-Ort-Gespräche. Hans-Georg Zwang, Leiter des Fachdienstes, erklärt: In Badegow sei man auf besonders schwierige Baugrundverhältnisse gestoßen, unter anderem mit hohem Grundwasserstand. So wurden vor Beginn der Planungen Bodenproben genommen und analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass die alte Straße keinen frostsicheren Unterbau hat. Daher sei für diesen Abschnitt der Straße ein frostsicherer Aufbau von 60 bis 65 Zentimeter unbedingt erforderlich.

Die Straße soll so aufgebaut werden, dass das ober- und unterirdisch anfallende Wasser mit natürlichem Gefälle und auf kurzem Wege abfließen kann – über einen zu bauenden Straßengraben. Und weiter informiert der Zwang: Die Straße wurde so geplant, dass von der Fahrbahnoberfläche kein Regenwasser auf Privatgrundstücken fließen kann. Grundsätzlich sei es so, dass Oberflächenwasser von Straßen immer abgeleitet werden müsse. Es dürfe nicht auf benachbarte Grundstücke fließen, auch nicht auf die Bankette. Die Baumaßnahme des Kreises kostest insgesamt 345 000 Euro. Das Land fördert den Ausbau mit 225 000 Euro.

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