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Mädchen stirbt bei Unfall in Schwerin : Bade-Drama in Zippendorf

vom

Vierjähriges Mädchen stirbt nach Unfall. Alle Rettungsversuche blieben ohne Erfolg.

svz.de von
erstellt am 22.Jul.2015 | 18:21 Uhr

Erschreckender Badeunfall heute Nachmittag am Zippendorfer Strand: Ein vierjähriges Mädchen starb. Jede Rettung kam zu spät.

Die Kleine war gegen 16.30 Uhr verschwunden. Die Mutter schlug Alarm. Rettungskräfte, Notarzt und  Feuerwehr waren mit Helfern an Land und im Wasser auf der Suche nach dem Kind. Dann die traurige Gewissheit: Das kleine Mädchen wurde leblos im Wasser entdeckt. Wie lange es dort war, konnte da  noch nicht gesagt werden. Augenzeugen sprachen von einer halben Stunde. Die Mediziner versuchten alles, um das Leben des Kindes zu retten. Die sofort am Strand eingeleitete Reanimation wurde im Klinikum fortgesetzt. Dort begann nach Auskunft eines Sprechers der Schweriner Helios-Kliniken das Herz des Kindes wieder zu schlagen – offenbar aber erst nach mehr als einer Stunde intensiver Rettungsversuche.  Doch aller Einsatz war vergeblich: Noch am  Abend verlor das Kind den Kampf ums Überleben.

Damit ist in der jungen Saison der erste Badetote in Schwerin zu beklagen. „Eigentlich sind unsere Strände sicher“, betont Oliver Markwardt von der DRK-Wasserwacht. Allerdings musste er eingestehen: Der Zippendorfer Strand war gestern nicht mit Rettungsschwimmern besetzt. „Wir haben viel zu wenig Helfer“, sagt Oliver Markwardt, der einzige hauptberufliche Rettungsschwimmer in der Landeshauptstadt. Mehrere Aufrufe  auch in der SVZ und in den sozialen Medien, Nachwuchs für die verantwortungsvolle Arbeit zu gewinnen, blieben laut Markwardt bislang ohne nennenswerte Resonanz. Die Folge: Nicht nur Zippendorf blieb unbesetzt. An mehreren Tagen hatte auch Kalkwerder geschlossen. Auch an der eigentlich bewachten Badestelle am Lankower Südufer gilt derzeit Baden auf eigene Gefahr. „Wir brauchen mindestens 14 ausgebildete Rettungsschwimmer, um die drei Badestellen und das Einsatzboot besetzen zu können“, sagte Markwardt.

Nur das in Kalkwerder liegende Boot war heute einsatzbereit. Mit ihm fuhren die alarmierten DRK-Retter sofort nach Zippendorf. Eine 18-jährige Rettungsschwimmerin entdeckte das Mädchen –  nur fünf Meter entfernt vom Ufer im etwa zwei Meter tiefen Wasser und brachte es an Land.

Oliver Markwardt selbst und ein weiterer Rettungsschwimmer blieben bis zum Abend am Zippendorfer Strand. Auch die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf und befragte am Strand Badegäste als mögliche Augenzeugen.

Das Drama war von den meisten Strandgästen kaum beachtet worden. Lediglich als kurzzeitig Blaulicht flackerte und Sirenen ertönten, gab es Aufmerksamkeit und Hilfsangebote von einigen wenigen Strandgästen. Schon kurz nachdem das leblose Mädchen und deren geschockte Mutter mit dem Rettungswagen in die Helios-Kliniken  gebracht wurden, ging der Badebetrieb in Zippendorf weiter, als wäre nichts geschehen.

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