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21. November 2017 | 07:21 Uhr

Crivitzer Krankenhaus : Babyboom beim Klinikpersonal

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Wenn bei der Pflegedienstleiterin im Crivitzer Krankenhaus, eine Kollegin um einen Termin bittet, ahnt sie bereits, worum es geht: Nachwuchs kündigt sich an. Im vorigen Jahr wurden sieben Kollegen selbst Mutter.

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erstellt am 01.Nov.2013 | 10:22 Uhr

Crivitz | Wenn bei Anja Trilk, der Pflegedienstleiterin im Crivitzer Krankenhaus, eine junge Frau aus dem Kollegenkreis um einen Termin bittet, ahnt sie bereits, worum es geht: Nachwuchs kündigt sich an. "In den zurückliegenden zwei Jahren war das zumeist so", erzählt die 42-Jährige. Im vorigen Jahr wurden sieben Schwestern, Hebammen und Ärztinnen selbst Mutter, in diesem Jahr bislang zwei. "Sechs weitere Kolleginnen sind schwanger", berichtet Anja Trilk. "Für so ein kleines Haus wie unser mit rund 150 Mitarbeitern ist das schon ein echter Babyboom."

Der Nachwuchs ist nicht nur bei den jeweiligen Eltern willkommen. "Als ich meinen Kollegen auf der Wachstation erzählt habe, dass ich zum zweiten Mal Mutter werde, war die Freude groß", erzählt Melanie Gierahn. In dieser Woche geht die 34-Jährige offiziell in den Mutterschutz. Im Dezember bekommt die sechsjährige Romy ein Geschwisterchen. Zu Hause ist Melanie Gierahn aber bereits seit Juli. "Ich wollte so lange es geht arbeiten. Schließlich bin ich schwanger und nicht krank." Daher übernahm die Krankenschwester in den ersten Monaten ihrer Schwangerschaft zumeist Verwaltungsarbeiten. Denn Blut abnehmen oder eine Spritze setzen, das darf eine Schwangere nicht. Auch der Röntgenbereich ist für diese Frauen tabu. In der Spät- oder der Nachtschicht arbeiten werdende Mütter ebenfalls nicht. "An den meisten Arbeitsplätzen in einem Krankenhaus herrschen nun einmal besondere Bedingungen, die wir im Interesse von Mutter und Kind beachten müssen", unterstreicht Anja Trilk. Deshalb kommen auch die Crivitzer nicht umhin, so mancher werdenden Mutter sofort bei dem Bekanntwerden der Schwangerschaft ein Beschäftigungsverbot auszusprechen. Das Mutterschutzgesetz räumt diese Möglichkeit nicht nur den Ärzten, sondern auch den Arbeitgebern ein, erläutert Anja Trilk.

Die Pflegedienstleiterin schickt ihre Kolleginnen nicht gern nach Hause - und schon gar nicht sofort. Denn Anja Trilk muss für Ersatz sorgen. "Und Fachpersonal ist rar. Das haben wir zu spüren bekommen." Hinzu kommt, dass natürlich auch das Crivitzer Krankenhaus den jungen Müttern die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz ermöglicht. Susanne Müller beispielsweise freut sich schon darauf, dass sie bald wieder als Krankenschwester auf der Sta tion Chirurgie und Orthopädie arbeiten kann. Vor einem Jahr wurde ihr zweites Kind, ihr Sohn Johan, geboren - natürlich im Crivitzer Krankenhaus. Der Wonneproppen ist auch bei den Kolleginnen seiner Mutter beliebt. Denn Susanne Müller schaut ab und zu auf ihrer Station vorbei und hat dann den Kleinen dabei. "Wir verstehen uns im Kollegenkreis prima. Da gehört das doch dazu", so die 28-Jährige. Dank dieser familiären Atmosphäre unter den Kollegen gibt es zumeist auch keine Probleme, wenn kurzfristig Schicht- und Dienstpläne umgestellt werden müssen, berichtet die Pflegedienstleiterin. Doch das allein reicht natürlich nicht aus, um Fachpersonal in dem jeweiligen Bereich zu ersetzen. "Und erst recht nicht, wenn es in einem Jahr um sieben und im darauf folgenden um acht Kolleginnen geht, die für mehr als ein Jahr nicht zur Verfügung stehen", unterstreicht Anja Trilk. Doch die Crivitzer Familie rund um das Krankenhaus funktioniert: Zwei ehemalige Mitarbeiterinnen kehrten aus dem Ruhestand zurück an ihren alten Arbeitsplatz. Die Geburtshilfestation arbeitet verstärkt mit den niedergelassenen Hebammen zusammen. "Hier könnten wir derzeit noch Unterstützung gebrauchen", betont die Pflegedienstleiterin. Das Crivitzer Krankenhaus nahm vorübergehend auch die Hilfe einer Zeitarbeitsfirma in Anspruch. Und gerade erst wurden zwei Mitarbeiter neu eingestellt. Der Babyboom in den eigenen Reihen wird so gemeistert. "Wir freuen uns über jedes Baby", erzählt Anja Trilk. "Aber sieben oder acht in einem Jahr, das muss sich nicht so schnell wiederholen."

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