Waldschlösschen Crivitz : B 321: Anwohner fordert Tempolimit

Eine der Hinterlassenschaften des jüngsten Unfalls. Zum Glück standen keine Busreisenden dort, als es krachte.   Fotos: Schröder (2)
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Eine der Hinterlassenschaften des jüngsten Unfalls. Zum Glück standen keine Busreisenden dort, als es krachte. Fotos: Schröder (2)

Auf der Bundesstraße am Waldschlösschen wird gerast, sagt Mario Schröder – Verkehrsbehörden reden nicht von Unfallschwerpunkt

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03. August 2016, 21:00 Uhr

Muss denn erst etwas Schlimmes passieren, einer sterben?, fragt Mario Schröder. Der Crivitzer wohnt direkt an der Bundesstraße 321 – gegenüber vom Hotel „Waldschlösschen“. Nicht selten hat es in den vergangenen Jahren vor seiner Haustür gekracht. „Ich bin erstaunt, dass es nicht noch viel mehr Unfälle waren. Aber oft hatten die Autofahrer wohl Glück“, sagt der Crivitzer. Und genau das hatte auch der Fahrer eines Wagens, der jüngst mit einem anderen Auto vor Schröders Haustür zusammenstieß. „Dieses Schild verhinderte letztendlich das Überschlagen des aus Richtung Schwerin kommenden Fahrzeuges“, sagt Schröder und verweist auf ein abgeknicktes Bushaltestellenschild. Der Fahrer des Unfallwagens sei nicht in der Lage gewesen, sich selbst aus dem völlig zerstörten Auto zu befreien. „Wir zogen ihn über den Beifahrersitz raus und mit weiterer Unterstützung anderer sofort herbeieilender Verkehrsteilnehmer konnten wir den Mann aus dem Gefahrenbereich bringen“, erzählt Schröder. Der andere Fahrer kam mit dem Schrecken davon. „Zum Glück war die Haltestelle nicht von Busreisenden frequentiert. Das verunglückte Fahrzeug hätte diese weggefegt“, ist sich Mario Schröder sicher.

Um diese Momente nicht noch einmal erleben zu müssen, schlägt er eine Geschwindigkeitsbegrenzung vor. Derzeit sind auf der Bundesstraße 100 Stundenkilometer erlaubt. Schröder empfiehlt 80. „Oder auch 70, das müssten die Fachkräfte entscheiden“, schiebt er hinterher. Denn nicht nur der Kurvenbereich stelle ein Problem dar, sondern auch der dichte Wald und der an sonnigen Tagen dann plötzlich tiefe Lichteinfall. „Da hat so mancher Autofahrer gar keine Chance, er sieht nichts“, weiß Schröder aus eigener Erfahrung. Ganz brenzlig werde es, wenn Autofahrer die jeweilige Linksabbiegerspur für den Überholvorgang nutzen. „Das ist nicht selten der Fall“, betont der Crivitzer.

Im Verkehrsministerium des Landes ist das Problem bekannt, aber nicht als akut eingestuft. Die entsprechende Fachbehörde habe schon vor geraumer Zeit Messungen gemacht, die aber keine Auffälligkeiten zeigten. „Diese versteckten Messungen haben gezeigt, dass die durchschnittliche Geschwindigkeit in diesem Bereich bei 96 Stundenkilometern lag“, erklärt Ministeriumssprecher Steffen Wehner auf Nachfrage der Redaktion. Auch als Unfallschwerpunkt sei dieser Bereich noch nicht eingestuft worden, so dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus Sicht der Behörde nicht infrage kommt.

Bei der Polizei ist das Problem ebenfalls bekannt. „Regelmäßig werden in dem Bereich auch Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt und es gibt auch Fahrer, die deutlich zu schnell unterwegs sind“, sagt Klaus Wiechmann, Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust. Er verweist aber gleichzeitig darauf, dass es sich in dem Bereich nicht um einen Unfallschwerpunkt handelt. In diesem Jahr gab es mit Stand vom 30. Juni insgesamt vier Unfälle auf dem Streckenabschnitt von zwei Kilometern. Einer davon sei ein Wildunfall gewesen. „Einen Schwerverletzten gab es dort 2012 und einen Unfalltoten 2013“, zitiert Wiechmann die Statistik. Unterm Strich sei auch dieser Abschnitt der B 321 „kein rechtsfreier Raum“, wie er betont. Messungen würden auch weiterhin erfolgen. Ein schwacher Trost für Mario Schröder: „Es muss wohl doch erst etwas Schlimmeres passieren. Traurig.“ Klaus Wiechmann rät Mario Schröder, sich vertrauensvoll an die Revierleitung in Sternberg beziehungsweise die Stabsstelle Verkehrsüberwachung beim Landkreis Ludwigslust-Parchim zu wenden.

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