Autos des Bürgermeisters angesteckt

<fettakgl>Der VW Caddy </fettakgl>ist durch den Brand im vorderen Teil  erheblich beschädigt worden. <foto>Foto: zvs</foto>
Der VW Caddy ist durch den Brand im vorderen Teil erheblich beschädigt worden. Foto: zvs

svz.de von
11. Juli 2012, 06:38 Uhr

Rastow | Bei zwei Bränden in Rastow ist am Mittwochmorgen ein Gesamtschaden von knapp 20 000 Euro entstanden. Auf dem Privatgrundstück des Bürgermeisters Hartmut Götze brannten zwei unter einem Carport parkende Autos. Und auf dem Gelände hinter dem Gemeindehaus stand ein Holzpavillon in Flammen. Die Polizei geht in beiden Fällen von Brandstiftung aus. Personen wurden nicht verletzt.

Es war gegen Viertel nach drei, als er plötzlich aus dem Schlaf gerissen wurde, schildert Bürgermeister Götze. "Es hat einen lauten Knall gegeben. Und als ich aus dem Schlafzimmerfenster sah, habe ich gleich gesehen, dass es im Carport brennt." Er lief barfuß hinaus und griff zum Gartenschlauch, um ein Ausbreiten der Flammen zu verhindern. "Das ist mir glücklicherweise auch gelungen." Seine Frau alarmierte indes die Feuerwehr. Die Wehr sei zügig zur Stelle gewesen, meint Hartmut Götze. Innerhalb von zehn Minuten, so schätzt er, war der Brand gelöscht, die Feuerwehrleute hatten die Flammen erstickt.

Die zwei abgestellten Autos sind erheblich beschädigt. Beim VW Caddy, den Hartmut Götze fährt, sei der gesamte vordere Bereich hinüber, die Motorhaube total verbrannt. Nicht ganz so schlimm sehe der Ford Focus aus, den seine Frau fahre, so Götze weiter. Beim Caddy rechnet er mit Totalschaden. Und ob der Ford noch repariert werden kann, sei fraglich.

Das Ehepaar selbst blieb unverletzt. Einen Schock hätten seine Frau und er nicht, erklärt Hartmut Götze mit fester Stimme. Gleichwohl seien sie geschockt über so viel Brutalität. Denn für ihn steht fest: Das war Brandstiftung. Das gleiche treffe für den Pavillion hinter dem Gemeindehaus zu. Auch dieser sei seiner Meinung nach gezielt angesteckt worden. Mitarbeiter einer Firma, die im Rahmen der Sanierung des Bahnhofs Rastow hier Gleisbauarbeiten durchführen, hätten den Brand entdeckt.

Überraschend jedoch kam die Attacke nicht, meint er. Er selbst habe schon damit gerechnet, dass es zu Übergriffen - welcher Art auch immer - kommen könne. Es sei kein Geheimnis, dass es in der Gemeinde mit einigen Jugendlichen Auseinandersetzungen gibt, so der Bürgermeister. Denn wenn es im Dorf um Vandalismus oder Diebstahl gehe, schaue die Gemeinde nicht weg. "Wir halten dagegen. Das bringt uns aber nicht nur Freunde."

Erst vor zwei Monaten habe die Gemeinde über das Ordnungsamt des Amtes Ludwigslust-Land einem jungen Mann Hausverbot ausgesprochen, weil er sich nicht an allgemein gültige Regeln halte und unter anderem laufend Schlägereien bei gemeindlichen Veranstaltungen anzetteln würde. Der Mann dürfe jetzt weder Veranstaltungen der Gemeinde besuchen noch kommunale Einrichtungen betreten. Das seien Fakten.

Götze betont aber gleichzeitig, dass er nicht mit Mutmaßungen an die Öffentlichkeit gehen möchte , wer die Anschläge verübt habe. Für ihn stehe nur fest, dass sie ganz offensichtlich gezielt waren. Denn bei einem anderen Rastower, der immer wieder ein Auge auf die Einhaltung von Ordnung und Sicherheit im Dorf halte, wurde in der selben Nacht ein Küchenfenster eingeschlagen.

"Im Nachhinein kann ich nur froh sein, dass mich der laute Knall geweckt hat. Wenn das Feuer vom Carport auf den Anbau meiner Tierarztpraxis übergegriffen hätte, hätte auch unser Haus in Flammen stehen können. Nicht auszudenken", sagt Götze.

Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass beide Brände in Rastow im Zusammenhang stehen. In beiden Fällen hat sie vor Ort Spuren gesichert. Das Motiv ist bislang allerdings unklar, betont die Polizei. Hinweise, die auf eine politisch motivierte Tat deuten, liegen gegenwärtig nicht vor, allerdings sind die Überprüfungen diesbezüglich noch nicht abgeschlossen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei in Ludwigslust, Telefon 03874 - 4110, dauern an. Sie sucht dringend Zeugen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen