Schriftstellerin und Wahl-Schwerinerin Helga Franziska Noack : Autorin macht Kinderwünsche wahr

<strong>Am liebsten schreibt Helga Franziska Noack am Vormittag</strong> in ihrem gemütlichen  Arbeitszimmer. Inspirationen holt sie sich auch aus Jugendbüchern.<foto>Klawitter</foto>
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Am liebsten schreibt Helga Franziska Noack am Vormittag in ihrem gemütlichen Arbeitszimmer. Inspirationen holt sie sich auch aus Jugendbüchern.Klawitter

Eigentlich ist Lukas ja ein guter Schüler. Nur mit der Rechtschreibung hat er Probleme. Und seit es den neuen Lehrer gibt, findet er die Schule überhaupt "voll blöd". Zum Glück ist da Oma, die wunderbar zuhören kann.

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28. März 2013, 12:26 Uhr

Ostorf | Eigentlich ist Lukas ja ein guter Schüler. Nur mit der Rechtschreibung hat er Probleme. Und seit es den neuen Lehrer gibt, findet er die Schule überhaupt "voll blöd". Zum Glück ist da noch Oma, die wunderbar zuhören kann. Sie empfiehlt Lukas, einfach all seine Wünsche und Sorgen dem Wunschzauberer zu schreiben. Nach kurzem Zögern macht sich Lukas an die Arbeit, verfasst lange und kurze, traurige und übermütige Briefe. Bald glaubt er fest daran, dass ihm Manuel-Wunsch-Mänätscher, so nennt er seinen geheimen Freund, helfen kann. Ausgedacht hat sich diese zauberhafte Geschichte über Kinderwünsche und -sorgen, über Freundschaft und den Glauben an sich selbst und eine geheime Führung Helga Franziska Noack. Die Neu-Schwerinerin mit dem charmanten bayerischen Akzent wohnt seit ein paar Jahren mit ihrem Mann im Schleifmühlenweg. "Lukas und der WunschMänätscher" ist bereits ihr zweites Buch, das beim Verlag Spielberg erschienen ist. "Pepino und das Weihnachtsgeschenk an den lieben Gott" kam im Herbst 2007 auf den Buchmarkt, ist allerdings nur 23 Seiten stark. "Lukas" ist siebenmal größer. Am Sonnabend, 20. April, präsentiert sie einige Ausschnitte aus ihrem neuesten Werk von 15.15 Uhr an bei einer Lesung im Schleswig-Holstein-Haus.

Im Arbeitszimmer von Helga Franziska Noack stapeln sich vor allem Jugendbücher. Auch aus ihnen bezieht die heute 67-Jährige ihre Inspirationen. "Am liebsten lese ich gerade die Bücher von Andreas Steinhöfel, früher waren es die Geschichten von Christine Nöstlinger." Doch nicht nur in der Jugendbuchabteilung fühlt sich Noack heimisch, auch die erwachsene Literatur gehört fest zu ihrem Leben. Mit einigen Damen trifft sie sich zum literarischen Zirkel, zu Hause hat sie gerade einen Hesse ausgelesen. Eigene Geschichten und kleine Episoden gehen ihr eigentlich dauernd durch den Kopf, beim Spazierengehen, in der Bahn oder direkt am Schreibtisch. Einen Notizblock für Gedankenblitze hat sie immer dabei, sagt die Autorin lächelnd. In der Schublade stapeln sich Ideen und fertige Geschichten. Mit dem Schreiben angefangen habe sie schon als Mädchen für die Schülerzeitung. Aber erst als ihre beiden Enkel zur Welt kamen, vor mehr als zehn Jahren, fand sie ihre eigene Richtung, die sie schließlich auch zu einem professionellen Verlag führte.

Fast 30 Jahre lang unterrichtete Helga Franziska Noack in Passau an einem Förderzentrum für lern-, körper- und verhaltensauffällige Kinder. Als sie mit ihrem Mann die bayerische Heimat verließ, hielt sie den Kontakt zu den Enkeln durch selbst verfasste Geschichten. Irgendwann empfahlen ihr Bekannte, die kleinen Werke einem Verlag anzubieten. Die Suche sei dann fast eine eigene Geschichte gewesen, sagt Noack und erzählt von diversen Anfragen, freundlichen Absagen oder langem Schweigen. Beim Spielberg-Verlag traf die Neu-Schwerinerin schließlich ins Schwarze: Ihre Bücher haben nicht nur eine ISBN-Nummer, sondern sind auch beispielsweise bei Hugendubel gelistet, sagt Noack. "Lukas" sei jetzt sogar in die Antolin-Liste der besonderen Bücher zur Leseförderung aufgenommen, berichtet sie stolz. Sie schreibe schon immer kurz und klar, sagt sie lächelnd. In diesem Stil habe sie immer unterrichtet, genauso gestaltet sie auch heute ihr ehrenamtliches Engagement als Hausaufgabenbe treuerin beim Kinderschutzbund mittwochnachmittags in der Perleberger Straße. "Auch wenn ich manchmal streng bin, komme ich mit den Kindern doch sehr gut klar", sagt die Pädagogin. "Sie merken eben, dass ich sie wirklich mag."

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