zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

26. September 2017 | 13:09 Uhr

Autohaus ärgert Anwohner

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jun.2013 | 09:14 Uhr

Neu Zippendorf | Das Quartier Tallinner Straße ist ein Vorzeigeviertel. Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft (SWG) und Wohnungsgesellschaft WGS haben Millionen investiert, um alte Plattenbauten abzureißen, zurückzubauen und die verbliebenen Wohnungen nach höchsten Energiespar-Optionen zu sanieren. 100 Prozent Vermietung und eine Interessentenliste sind die logische Konsequenz. Denn dank Städtebaufördermitteln sind auch die Straßen im Viertel neu gestaltet. Bäume und Beete wurden erneuert, Bewohnergärten entsandet. Dass der Gaststättenbau aus DDR-Zeiten, der jüngst ein griechisches Restaurant beherbergte, leer stand, war ein Wermutstropfen. Aber einer, den man verschmerzen konnte. Dass jetzt ausgerechnet ein Autohaus dort einzieht, dafür haben die Anwohner kein Verständnis. Zahlreiche Mieter haben gegenüber unserer Redaktion ihren Unmut über die städtische Genehmigung der Gewerbeansiedlung ausgedrückt.

"Alle reden immer von Bürgerbeteiligung. Aber mit uns hat im Vorfeld niemand gesprochen", sagt Genossenschaftsvorstand Margitta Schumann. Dass auch eine Wohnung und eine Zahnarztpraxis in die einstige Gaststätte ziehen soll, findet der größte Vermieter im Quartier gut. "Für ein Autohaus haben wir aber kein Verständnis." Schließlich gäbe es dafür nun wahrlich genügend andere Plätze als im mit dem Bundesbaupreis prämierten Stadtumbau-Viertel. "Die Genehmigung eines Autohauses ist nicht nur unsensibel. Das ist schon eine Fehlplanung", lautet das Fazit von Margitta Schumann.

In der Stadtverwaltung sieht man das ganz anders. Es handele sich um ein allgemeines Wohngebiet, für das sowohl die Baunutzungsverordnung als auch das Baugesetzbuch das Autohaus zulassen, bekräftigt Stadtplaner Dr. Günter Reinkober. Trotz der umfangreichen Investitionen im Quartier genieße das Viertel schließlich keinen gesonderten Schutzstatus. Da mit dem geplanten Autohaus mit Wohnung und Praxis auch "städtebaulich nichts verändert werde" und zehn Stellplätze für Fahrzeuge nicht störend seien, habe nichts gegen eine Genehmigung gesprochen. "Es wird dort keine Container geben, keine Reparaturen. Die Ruhe im Viertel ist gewährleistet", bilanziert Dr. Reinkober. Die Zahnarztpraxis werte das 19 mal 19 Meter messende Gebäude sogar auf.

Schwerins oberstes Stadtplaner hat aber Verständnis für die jetzigen Sorgen der Anwohner. "Die Baugenehmigung ist noch nicht erteilt. Über die Zahl der Stellplätze kann man noch verhandeln", sagt Dr. Reinkober und gibt zu, dass die positive Entscheidung der Stadt auch "eine Gratwanderung" gewesen sei. Dafür gesprochen habe auch, dass der Autohandel vor allem übers Internet abgewickelt werden soll.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen