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Ärger im Buga-Außenstandort Goldenstädt : Auszug aus dem Gartenidyll

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ines und Norbert Höfs sind verärgert: Gemeinde Banzkow kündigte ihnen den Nutzungsvertrag für das Naturlabyrinth in Goldenstädt

von
erstellt am 14.Sep.2016 | 23:48 Uhr

Das war eine Nachricht, die Norbert und Ines Höfs so nicht erwartet hatten. Die Gemeinde Banzkow kündigt ihnen zum Jahresende 2016 den Nutzungsvertrag für das Gelände des Naturlabyrinths in Goldenstädt. „Das wurde uns schriftlich per Einschreiben mitgeteilt“, sagt er und fügt hinzu: „Für uns kommt das völlig überraschend.“ Ein Grund für die Kündigung sei nicht genannt worden. Aber die Aufforderung, Anbauten, die er selbst errichtet hat, wieder zurückzubauen. Das werde er auch machen, kündigt Norbert Höfs an.

SVZ fragte bei Bürgermeisterin Irina Berg nach und erfuhr: Die Gemeindevertretung habe die Kündigung – fristgerecht drei Monate vor Ablauf der Jahres – einstimmig beschlossen. Gründe dafür wollte sie nicht nennen.

Es ist aber kein Geheimnis, dass die Chemie zwischen den Pächtern Höfs und dem Verpächter Gemeinde Banzkow nicht stimmte: In den zurückliegenden Jahren gab es auch öffentlich ausgetragene Auseinandersetzungen. Dazu wollte Irina Berg jetzt nichts mehr sagen.

Die Gemeinde will einen Neuanfang: Die 3,3 Hektar große Fläche, die zur Buga 2009 als Naturlabyrinth angelegt worden ist, werde als solche weiter genutzt, betont die Bürgermeisterin. Ob die Pflegearbeiten die Gemeinde oder möglicherweise ein neuer Nutzer übernimmt, sei noch zu klären.

Seit drei Jahren haben sich Norbert und Ines Höfs um das Areal am Dorfeingang von Goldenstädt aus Richtung Banzkow kommend gekümmert. Er mähte die Flächen, hielt die Wege frei, seine Frau pflanzte Blumen, hatte für dieses Jahr ein kleines Sonnenblumenfeld angelegt, das als Irrgarten genutzt werden konnte. Und gerade wollten die beiden Buchsbäumchen in den Boden bringen. Und in den nächsten Tagen wollte Norbert Höfs noch einen Holzturm im Gelände streichen, die Farbe steht schon bereit. Er habe immer versucht, das Areal in Ordnung zu halten, sogar einen Rasenmäher habe er sich dafür angeschafft. Die Arbeiten im Grünen hätten ihm Freude gemacht. Das sei eine schöne Aufgabe gewesen, „besser als zu Hause vor dem Fernseher zu sitzen“. Nahezu täglich sei er mit seinem Hund hier draußen gewesen. „Es gibt ja immer was zu tun.“ Dass das jetzt so gekommen ist, sei ein Schock gewesen. Geredet habe im Vorfeld der Kündigung keiner mit ihm. Aber, das gibt Norbert Höfs zu, das Verhältnis zur Gemeinde sei aus seiner Sicht nicht das beste gewesen.

„Wir haben den Naturgarten ja nie als unseren Privatgarten betrachtet, sondern ihn immer offen gehalten für Besucher und für Veranstaltungen“, betont der Schweriner. In diesem Jahr zum Beispiel luden Höfs zur langen Gartennacht, zur Fledermaus-Nacht und zur Aktion „Kunst offen“ ein. Sogar kleine Besuchergruppen hatten sich angemeldet.

Auch wenn der Ärger groß ist, „wir müssen die neue Situation wohl oder übel akzeptieren “, sagt der Schweriner. Aber eins stehe auch fest: Pflanzen, die Höfs im Naturlabyrinth Goldenstädt eingesetzt haben, wollen sie mitnehmen. Und ein ganz kleiner Trost bleibe, sagt Norbert Höfs: Das Paar hat in Schwerin einen Kleingarten.

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