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Schweriner KInder brauchen Hilfe : Ausnahmezustand: Ferienlager

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Arbeitslosenverband organisiert seit 26 Jahre Sommerspaß für bedürftige Kinder, doch immer weniger Sponsoren helfen mit

Wenn Silvia Piechowski von den Ferienlagern erzählt, dann beginnen ihre Augen zu strahlen. Ja, sie ist gerne dabei, wenn Kinder, deren Familien sich einen Urlaub nicht leisten können, eine Woche Gemeinschaft pur erleben. Wenn sie das Smartphone zu Hause lassen, stattdessen Flöße bauen, Kamele streicheln, klettern oder bolzen gehen, am Lagerfeuer Marshmallows schmelzen lassen. Doch während die Zahl der armen Kinder in Schwerin nicht kleiner wird, scheint die Zahl der Helfer abzunehmen. Viele mögliche Spender hat Silvia Piechowski, Vorsitzende des Arbeitslosenverbandes Schwerin, bereits angeschrieben, nur von wenigen hat sie eine Zusage bekommen. Auf einige Politiker könne sie seit Jahren zählen. Deren Privatspende reiche jeweils für den Urlaub für ein Kind. Und die Wohnungsgesellschaft WGS sei ein treuer Partner, ohne den das Ferienlager vielleicht gar nicht realisiert werden könne.

„Es gibt sie hier tatsächlich, die Kinder, die nicht mal die Innenstadt kennen, für die der Dreescher Markt das Schweriner Zentrum ist“, sagt Silvia Piechowski. Mal rauszukommen aus dem eigenen Quartier sei für diese Mädchen und Jungen ebenso ungewohnt wie das regelmäßige gemeinsame Essen, Spielen im Freien und Leben ohne Fernsehen. „Zum 26. Mal bieten wir dieses Ferienlager an“, sagt Piechowski. „Am wichtigsten ist, dass wir die Dinge miteinander machen“, sagt Silvia Piechowski. Statt allein vor dem Computer zu spielen, erobern die Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren eine Woche lang gemeinsam die Natur und das Jugendwaldheim Dümmer. „Dorthin fahren wir gerne, weil das Angebot einfach sehr groß ist“, sagt Piechowski. Badesee, Naturlehrpfad, Bolzplatz, Seilbahnen und Klettermöglichkeiten machten das Domizil geradezu ideal. Als Höhepunkt gibt es außerdem einen Ausflug zur Sternberger Burg mit Kamelhof und Freilichtmuseum Groß Raden.

Rund 200 Euro kostet die Ferienwoche inklusive Unterkunft, Verpflegung und Freizeitgestaltung, 50 Euro Eigenbeitrag zahlen die Familien, den Rest versucht der Arbeitslosenverband über Spenden zusammenzubekommen. Was dann noch fehlt, gibt der Verband selbst.
Mit 25 bis 30 Kindern fahren fünf Betreuer vom 1. bis zum 5. August nach Dümmer. Wer mitkommen sollte, das empfehlen die drei Partner der Aktion: Kinderschutzbund, Familienhilfe und Alternatives Jugendwohnen. Während sie Kinder, Jugendliche und Familien das ganze Jahr über mit pädagogischen Angeboten begleiten, wird der Arbeitslosenverband vor allem mit der Ferienfreizeit und einer größeren Veranstaltung im Winter aktiv.

Gegründet wurde der Arbeitslosen-Kreisverband im Oktober 1990, seinen Sitz hat er im Haus der Begegnung in der Perleberger Straße 22. „Unser Ziel ist es, erwerbslosen Menschen in problematischen Lebenssituationen zu helfen, sie aus komplizierten Situationen heraus zu begleiten, ihnen Selbsthilfe und Kommunikationsmöglichkeiten anzubieten“, sagt Silvia Piechowski. Zum Verband gehört deshalb eine Beratungsstelle ebenso wie Kleiderkammer und Möbelbörse.
Wer mithelfen und die Ferienfreizeit unterstützen möchte, kann sich telefonisch an Silvia Piechowski wenden unter der Nummer 0385/3978163. Spenden für das Sommercamp nehme der Arbeitslosenverband übrigens jederzeit entgegen.


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erstellt am 31.Mai.2016 | 12:00 Uhr

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