Freilichtmuseum Schwerin : Ausgestopfte Tiere und Folk-Musik

Die ersten Ausstellungsstücke für die Schau im Kunstkaten sind schon da: Museumschefin Gesine Kröhnert zeigt Krähe und Eule, die Klaus-Dieter Jost präpariert hat.
Die ersten Ausstellungsstücke für die Schau im Kunstkaten sind schon da: Museumschefin Gesine Kröhnert zeigt Krähe und Eule, die Klaus-Dieter Jost präpariert hat.

Freilichtmuseum Mueß startet mit Neuem und Bewährtem in die Saison 2016, die am Osterwochenende beginnt

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02. März 2016, 04:59 Uhr

An manchen Tagen im Winter ist Museumschefin Gesine Kröhnert die einzige auf dem großen Areal des einstigen Fischerdorfes in Mueß. Für Besucher hat das Museum erst nach Ostern regelmäßig geöffnet. Im Winter ist Zeit für die wissenschaftliche museale Arbeit. Und natürlich werden die Sonderschauen vorbereitet und Veranstaltungen. Seitdem die Stelle der Öffentlichkeitsarbeiterin vakant ist, landet fast alles auf den Schreibtischen von Volker Janke und Gesine Kröhnert. Der Spagat zwischen Kulturtourismus und Museumshauptaufgaben sei mit immer weniger Personal kaum noch zu leisten, sagt Kröhnert. Sie hofft, dass die Stadt bald erkennt, welches Potenzial im Museum steckt. Immerhin: Es gibt ein Museumskonzept 2020, doch für dessen Umsetzung beginnen nun erst die Verhandlungen. Beispielsweise ist ein Landungssteg für die Weiße Flotte geplant, doch Umweltschützer sind wenig begeistert. Kommt er wirklich und wann? Kröhnert wagt zurzeit keine Prognose.

Was aber mit Sicherheit kommt, das sind lang erprobte, gut besuchte und freudig erwartete Veranstaltungen wie der Pflanzenmarkt für Gartenfreunde am 24. April, das Windros-Folk-Festival am 9. bis 11. September sowie der Kunsthandwerkermarkt Wintersonnenwerke am 17. und 18. Dezember.

Saisoneröffnung im Volkskundemuseum ist am Ostersonnabend, 26. März. Dabei wird auch die erste Sonderausstellung des Jahres vorgestellt: „Naturwissenschaftliches Sammlungsgut – der Präparator Klaus-Dieter Jost“. 1976 machte Jost die Ausbildung zum Facharbeiter für zoologische Präparation im Naturkundemuseum Berlin, 1988 kam der Abschluss als „Präparator für naturwissenschaftliches Sammlungsgut“ an der Humboldt-Universität dazu. Seit 1981 ist Klaus-Dieter Jost selbstständig als Präparator, seit 2013 in der Hansestadt Wismar. Insekten, Reptilien, Fische, Vögel, Säuger richtet er her ebenso wie Jagdtrophäen. Aber auch Skelettmontagen, Schädel, Nasspräparate, Abformungen, biologische Gruppen und Serien bietet Jost als biologische Lehrmittel an. Saurier, Mammuts und Co. kann er wissenschaftlich korrekt rekonstruieren, ebenso Tiere für Theater, Film und Fernsehen als Requisiten bauen. Josts Arbeiten stehen in Museen und Sammlung in ganz Deutschland bis hin nach Dänemark. Oder sie zieren manch ein privates Wohnzimmer. Die Ausstellung im Kunstkaten des Freilichtmuseums wird bis zum 3. Juli zu sehen sein. Abgelöst wird sie von der Wanderausstellung: „Der offizielle Blick – Bildjournalismus und sein regionalgeschichtlicher Wert“, die bis zum Saisonende am 30. Oktober hängt. Am 1. Mai wird eine neue Imkerei-Ausstellung eröffnet. Dabei geht es um die Bienenhaltung heute, gestern und morgen.

Als Publikumsmagnet hat sich in den vergangenen Jahren die nachgespielte Alltagsgeschichte in aufwändigen Originalkostümen erwiesen. Unter dem Titel „Landleben“ werden Laiendarsteller und Geschichtsfans aus ganz Deutschland auch in diesem Jahr wieder im Freilichtmuseum Mueß zu Gast sein und zwar vom 5. bis zum 7. Mai sowie am 30. und 31. Juli.

Das Sommerferienprogramm inklusive Märchentagen ist in den Jahreskalender des Volkskundemuseums ebenfalls fest eingeplant. Das Windros-Festival für traditionelle Musik unter dem Titel „String Nations“ wird in diesem Jahr eröffnet mit einer Seminarwoche für Schulklassen: Vom 5. bis zum 9. September gibt es Jugendworkshops und Tanzkurse zum Festival.

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