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Zeitung für die Landeshauptstadt

15. Dezember 2017 | 01:46 Uhr

Hoch über den Wolken : Ausflug zu den Wolkenstraßen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Segelflieger Thomas Helm und Manfred Quast erzählen auf dem Flughafen Pinnow von der Leidenschaft und laden Neugierige ein

von
erstellt am 07.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Sie gleiten lautlos durch die Luft, folgen den Seeadlern, wenn sie die Steig-Gebiete in die Luft malen, und suchen ihre Wolkenstraßen. So erzählen Thomas Helm und Manfred Quast von ihrer Leidenschaft, dem Segelfliegen. Der 54-jährige Manfred Quast fliegt seit 1966, der 34-jährige Thomas Helm sei 1994. Letzterer hat mit 14 Jahren angefangen und ist heute Fluglehrer und Vereinsvorsitzender des Fliegerclubs Schwerin, Pinnow. Eigentlich wollten sie am vergangenen Wochenende abheben, hatten zum Saisonstart auf dem Flugplatz Pinnow mit Neugierigen und Fluggästen gerechnet. Aber „wenn wir von hier nicht den Schweriner Fernsehturm sehen, ist die Sicht zu schlecht, die Wolken hängen zu tief“, sagt Thomas Helm beim Blick in den Nieselregen. Aber auch wenn die Windfahne unmotiviert am Eingang hängt, auf dem Flughafen Pinnow treffen Neugierige jedes Wochenende einen der mehr als hundert Vereinsmitglieder. „Darunter sind etwa 25 Modellflieger, der Rest sind wir Segel- und Ultraleichtflieger“, berichtet der Vorsitzende. „Wir haben immer zu tun: Technik in Schuss halten, reparieren, Rasen mähen und mehr.“ Sechs Segelflieger und ein Ultraleicht-Motorflugzeug stehen teils zerlegt in der Halle. Das Motorflugzeug zieht die Segelflieger auf bis zu 3000 Meter Höhe. „Dann liegt es an uns, wie lange so ein Flug dauert“. Der Rekord liege bei einer Strecke von etwa 750 Kilometern. Dabei ist der Treibstoff der Segelflieger die Flughöhe. „Wir erreichen teilweise bis zu 280 Kilometer pro Stunde, aber das geht eben auf Kosten der Flughöhe“, erklärt Manfred Quast. Normal sei eher Tempo 80.

So schnell fliegt auch schon der 15-jährige Tammo Schütte. Er kommt aus Lübesse und hat mit 14 mit seinem Flugschein angefangen. „Wenn er dran bleibt und sich gut anstellt, braucht er dafür zwei Jahre“, erzählt Manfred Quast, selbst Fluglehrer genauso wie Thomas Helm. Mindestens 60 Theoriestunden und mehrere Flugstunden braucht das. „Am schwierigsten ist das Landen“, sagt Tammo. „Das Fliegen selbst ist leicht.“

„Bei uns können die Flugschüler gleich in die Luft“, sagt Thomas Helm. Theorie wird im Winter und bei schlechtem Wetter vermittelt. Bei gutem Wetter geht es mit der Seilwinde 400 Meter in die Luft – im Doppelsitzer, vorne Tammo, hinten ein Fluglehrer.

Oben ausgehakt geht es meist in Richtung Golfplatz oder Kiesgrube Pinnow. „Dort ist der Boden dunkler, wird schneller von der Sonne erwärmt und die Luft steigt nach oben“, erklärt Manfred Helm. Die so genannten Steig-Gebiete – die auch von den Vögeln genutzt werden – sind der Antrieb der Segelflieger. „Beispielsweise gibt es über Wasserflächen fast gar keinen Luftauftrieb, also Thermik.“ Auch die Wolken geben gute Hinweise für die Segelflieger. „Das nennen wir Wolkenstraßen“, sagt der 34-Jährige. Wer an der Winde startet, landet meist wieder auf dem Flugplatz in Pinnow. Segler, die mit dem Motorflugzeug starten, sind oft den ganzen Nachmittag auf den Wolkenstraßen unterwegs.

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