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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 19:03 Uhr

Hinter Schweriner Türen : Ausflug unter die Erde

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der Pumpstation am Marstall geht es zehn Mieter in die Tiefe

svz.de von
erstellt am 24.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Ob große Holztüren oder schwere Eisenportale, kleine Luken oder automatische Glastüren – in der Stadt gibt es zahllose Eingänge an öffentlichen Orten. Doch nicht immer dürfen Schweriner einfach so hineingehen, meist liegen die Räume dahinter im Dunkeln. Dabei verbirgt sich die eine oder andere Überraschung hinter den verschlossenen Türen in der Landeshauptstadt, wie die Pumpstation am Beutel.

Ein unangenehmer Geruch schlägt einem entgegen, wenn die Tür zur Pumpstation am Marstall geöffnet wird. Es riecht muffig und es ist laut. „Drei Pumpen leiten von hier das Schmutz- und Regenwasser zur Kläranlage nach Süd weiter“, erklärt Britta Dumke von der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft (WAG). „Wir nennen das Mischsystem.“ Sie blickt in die Tiefe, etwa zehn Meter geht es hier am Marstall unter die Erde der Stadt. Unten sind die Pumpen zu erkennen, die das laute Geräusch verursachen. 41 Stufen führen hinab in die Tiefe. „Die Anlagen laufen allerdings nicht durchgehend“, so die Leiterin für Abwasser bei der WAG, die die zahlreichen Pumpstationen in Schwerin für den städtischen Betrieb Schweriner Abwasserentsorgung (SAE) betreibt.

Wenn es nicht regnet, werden 6000 Kubikmeter Schmutz- und Regenwasser am Tag in dem Werk am Marstall weiter zur Kläranlage gepumpt. „Das ist ein Drittel des Abwassers der Stadt“, sagt Britta Dumke. Das Wasser kommt aus einem großen Bereich – Paulsstadt, Feldstadt, Schelfstadt, Werdervorstadt, das Gebiet rund um das Klinikum und dem Pfaffenteich. „Dabei fließt das Schmutz- und Regenwasser erst in die Pumpstation in der Bornhövedstraße und dann hierher“, erklärt sie.

Als Leiterin für Abwasser der WAG hat sie natürlich einen Schlüssel zum Gebäude. „Ansonsten haben hier nur meine Kollegen Zutritt, die das Werk bedienen.“ Regelmäßig würden diese die rund 400 Pumpanlagen in der Stadt überprüfen und so auch am Marstall schauen, ob alles in Ordnung ist. „Sollte mal etwas kaputt sein, haben natürlich auch Schlosser oder Elektriker Zugang zum Werk“, so Dumke.

Die drei blauen Pumpanlagen sind von 1997, das Gebäude ist etwas älter. „1981 haben wir es als Abwasserpumpwerk in Betrieb genommen“, erzählt Dumke. Zur Bundesgartenschau 2009 sollte das ockerfarbene Gebäude wie zahlreiche andere Pumpwasserwerke bunt gestaltet werden. Doch da hatte die Denkmalschutzbehörde etwas gegen. „Angeblich ergibt das Werk aus den 80er-Jahren gemeinsam mit dem Marstall aus dem 19. Jahrhundert und dem Haus des Sportvereins Mecklenburgisches Staatstheater aus der Buga-Zeit ein Ensemble“, sagt Britta Dumke.

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