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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 04:09 Uhr

Schwerin : Aus Thalia wird Tivoli

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Umbau des Clubs in der Schollstraße dauert ein bisschen länger – Eröffnungsparty am 20. Dezember

von
erstellt am 13.Dez.2014 | 08:00 Uhr

Sie verspäten sich, aber nur um wenige Tage. Und nur, um ihre Club-Ideen noch ausgefeilter zu präsentieren, sagen die Jungunternehmer. Björn Beglau, Issa Saleh und Sebastian Dick wollen das ehemalige Thalia in der Geschwister-Scholl-Straße als Tivoli zu neuem Leben erwecken. Im September war noch der Nikolaustag als Eröffnungstermin fest anvisiert worden – ein Zeitplan, den schon damals viele für sehr ambitioniert hielten. Jetzt wird der neue Club erst am 20. Dezember aufmachen. Dafür sind bis zum Jahreswechsel aber gleich eine Thalia-Party, ein Abend mit Lexer und eine Silvesterfeier geplant. Sogar am Heiligabend will das Tivoli um Mitternacht alle Gäste empfangen, die nach reichlich Tannenbaum-Stimmung nicht mehr ganz so besinnlich weiterfeiern möchten.

Zwei Zusatz-Wochen haben sich die jungen, bekannten Schweriner Party-Macher gegönnt. In dieser Zeit werden innen Schallschutzfenster eingebaut, Leitungen gelegt, Technik installiert, Bars zu Ende gebaut, Parkett abgeschliffen, Getränke eingeräumt, Personal eingewiesen, aber auch Konzepte zum wiederholten Male ausformuliert und ans Amt geschickt. Schließlich steht das 1887 erbaute und vor Jahren grundsanierte Haus unter Denkmalschutz und jede Veränderung muss beantragt und abgenickt werden. Außerdem will man in Sachen Ruhestörung unbedingt auf Nummer sicher gehen: Das Nachtamt, der Vorgänger-Club des Tivoli, musste wegen Anwohnerbeschwerden – Lärm, Parkchaos, Müll - schnell die Segel streichen. Einfach ist das organisierte Partyleben in Schwerin eben nicht. Doch nun liegen alle notwendigen Genehmigungen für das Tivoli vor.

„Es motiviert, mit anzusehen, wie schnell sich hier alles verändert“, sagt Sebastian Dick. Das Publikum darf sich laut Betreiber auf ein Kulturhaus mit Restaurant und Cocktailbar freuen. Die klassische Disko soll es dort jeden Freitag und jeden zweiten Sonnabend im großen Saal geben. Wechselnde Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Workshops, Filmabende, Comedy, Poetry-Slams oder „Open Mic“ stehen außerdem auf dem Plan. Der Saal darf und soll auch gemietet werden. „Spätestens ab dem kommenden Wochenende wird sich einiges im Schweriner Nachtleben ändern“, sagt Issa Saleh.
„Tivoli – New Nightlife at it’s best – Opening 20. 12. 2014“ steht im Internet auf der Homepage – mehr nicht. Keine Adresse, keine Öffnungszeiten, statt spießiger Infos lieber hippe Elektro-Musik und Tanzeinlagen durch einen rosaroten Filter. Dennoch hat sich der neue Club in der Stadt längst rumgesprochen. Beglau, Saleh und Dick haben jetzt schon einiges zu verlieren. Alles richtig zu machen ist ihnen deshalb so wichtig.

An einem kalten Dezembernachmittag sitzt der 22-jährige Björn Beglau im „Heißen Hürsch“ in den Schweriner Höfen und schreibt nochmal das Parkkonzept auf: Wer im Tivoli Eintritt zahlt, kann sein Auto kostenlos im Parkhaus in der Schollstraße abstellen.

Den „Heißen Hürsch“ betreibt Björn Beglau in der Vorweihnachtszeit gemeinsam mit seiner Mutter Katja, quasi als Indoor-Glühweinstand im ehemaligen Café Freezer. „Was in einer Studentenstadt wie Rostock läuft, funktioniert in Schwerin nicht“, haben ihm viele gesagt, als er mit Issa Saleh den „Place2Be“ erfand – viele tausend Besucher kamen im Sommer genau für dieses Festival auf die Marstallhalbinsel. Auch jetzt gibt es Zweifler am Tivoli-Konzept. Beglau aber ist überzeugt, dass es klappen wird. Auch der „Heiße Hürsch“ hat ersten Unkenrufen zum Trotz mittlerweile sein Stammpublikum gefunden. Bis 16.30 Uhr ist hier geschlossen, so lange kann Björn Beglau den großen Raum als absolut ruhiges Büro nutzen. Und das macht er in diesen letzten Tagen vor dem „Opening“ sehr gerne. Denn im Tivoli arbeiten zurzeit zu viele Menschen gleichzeitig, sagt der 22-Jährige lächelnd.




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