Umgestaltung: : Aus Kiestagebau wird Erddeponie

Der Abbau von Kies geht an dieser Stelle im Consrader Tagebau langsam zu Ende: Diese Grube soll vom nächsten Jahr an mit Erdaushub und unbelastetem Bauschutt gefüllt werden.
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Der Abbau von Kies geht an dieser Stelle im Consrader Tagebau langsam zu Ende: Diese Grube soll vom nächsten Jahr an mit Erdaushub und unbelastetem Bauschutt gefüllt werden.

Firma Otto Dörner beginnt mit Umgestaltung und Nachnutzung des Areals bei Consrade

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09. Dezember 2014, 12:00 Uhr

In den nächsten Jahren, ja Jahrzehnten wird bei Consrade noch kräftig Kies gefördert. Parallel beginnt aber schon im kommenden Jahr die Wiederverfüllung der ersten Gruben auf dem Tagebaugelände. „Wir werden vor allem Erdaushub von Baustellen wieder in die Erde bringen“, blickt Oliver Dörner von der Firma Otto Dörner voraus. Doch auch unbelastetes Abbruchmaterial, das nicht wiederverwertet werden kann, gehört auf solch eine Deponie, betont Dörner: „Irgendwo muss es ja auch hin.“ Ziegel- und Betonbruch sowie Asphalt lassen sich bestens recyceln, kommen als Baustoffe wieder zum Einsatz. „Aber Gasbeton ist viel zu porös, um es beispielsweise im Straßenbau einzusetzen.“ Solche Erddeponien sind deshalb gefragt, die Kapazitäten begrenzt.

Consrade ist für solch eine Nachnutzung bestens geeignet, betont Dörner. Denn der in den 1980er-Jahren aufgemachte Kiestagebau liegt weit über dem Grundwasserspiegel. Schon vor Jahren hatte die heutige Betreiberfirma Otto Dörner beantragt, hier eine Erddeponie einzurichten. Bereits im Frühjahr 2012 erteilte das Staatliche Amt für Umwelt und Landwirtschaft (StALU) die Genehmigung. „Das ist eine Deponie der niedrigsten Stufe – und die ist nicht zu vergleichen mit Hausmülldeponie oder Sondermülldeponie“, betont Ingolf Burmeister vom StALU. „Diese Deponie ist eine sinnvolle Lösung für die Nachnutzung.“ Schließlich könnten die riesigen Gruben auf den Tagebaugelände nicht ewig offen bleiben. Um die Landschaft wieder zu gestalten, müssen sie verfüllt werden. Die Genehmigung vom StALU bezieht sich auf eine Fläche von 13 Hektar und einer Füllmenge von knapp 1,6 Millionen Kubikmetern. Nun werden diese Erdmassen nicht über Nacht nach Consrade gekarrt. „Durch die Deponie wird es nur wenige Fahrten mehr geben“, betont Oliver Dörner. Denn die Laster, die den Kies abtransportieren, sollen auf der Rückfahrt Erdaushub nach Consrade bringen. „Das ist für uns auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit.“

Doch bevor es soweit ist, muss bei Consrade ein Sickerwasserbecken errichtet werden. Da sind die Männer von Otto Dörner gerade dabei. „Solch ein Becken ist für jede Art von Deponie vorgeschrieben“, erläutert Burmeister. Denn das Regenwasser, das auf den Deponiekörper fällt, darf nicht einfach in den natürlichen Wasserkreislauf geleitet werden. Es muss gesammelt und kontrolliert werden. Das Rückhaltebecken ist deshalb nach unten abgedichtet – mit einer 2,5 Millimeter starken Kunststoffbahn. Noch laufen die Vorbereitungen für den Deponiebetrieb, der soll erst im nächsten Jahr beginnen.

Das Projekt ist in der Gemeinde Plate seit langem bekannt. So fand im Sommer vorigen Jahres eine Bauausschusssitzung auf dem Tagebaugelände statt. „Wir haben uns alles erklären lassen und keine Probleme gesehen“, erinnert sich der heutige Bürgermeister Ronald Radscheidt. Durch den Bau des Rückhaltebeckens sind jetzt weitere Anwohner auf das Projekt aufmerksam geworden und haben auch bei der SVZ nachgefragt. „Jeden Bürger, der sich an uns gewandt hat, haben wir umfangreich über das Vorhaben informiert“, betont Ingolf Burmeister.

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