Weihnachtsangebote : Aus der Werkstatt sofort ins Regal

Freuen sich aufs Weihnachtsgeschäft: Teamleiterin Renate Kosche und Tomy Kleve arbeiten im neuen Geschäft der Dreescher Werkstätten.
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Freuen sich aufs Weihnachtsgeschäft: Teamleiterin Renate Kosche und Tomy Kleve arbeiten im neuen Geschäft der Dreescher Werkstätten.

Menschen mit Behinderungen verkaufen ihre Produkte in der Handelsstraße 8a – Ladengeschäft soll noch bekannter werden

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15. November 2014, 12:00 Uhr

Renate Kosche hat die putzigen Gartenschnecken im Schaufenster in der Handelsstraße 8a bereits gegen Weihnachtsmänner ausgetauscht und auch alle anderen Geschenkideen in die erste Reihe der Regale gerückt: Tassen, Teekannen mit Stövchen, Vogelhäuschen, Filzseifen und allerlei Düfte und Duschgels – Piratenschaum mit kleinen Delfinen für die Jungs, Elfenschaum mit Schmetterlingen für die Mädchen.

Tomy Kleve hat sich an der Stickmaschine eingearbeitet und Handtücher vorbereitet für den Weihnachtsverkauf im Schlossparkcenter. Renate Kosche arbeitet als Teamleiterin bei den Dreescher Werkstätten, Tomy Kleve ist Mitarbeiter in ihrer Gruppe. In den nächsten Tagen wartet besonders viel Arbeit auf die beiden. Denn rund um Weihnachten gehört es für viele Menschen zum guten Ton, das ein oder andere Geschenk zu kaufen, das Behinderte hergestellt haben. Eine tolle Idee, aber die dazu gehörigen Werkstätten sind auf regelmäßigen Absatz angewiesen.

Die Dreescher Werkstätten haben schon in den vergangenen Jahren reagiert und gleich zwei Geschäfte eröffnet: Bei Olife in den Schweriner Höfen gibt es Kosmetikartikel aus pflanzlichen Rohstoffen, tierversuchsfrei und dermatologisch getestet. Der Werkverkauf in der Handelsstraße, den Renate Kosche leitet, liegt gleich gegenüber dem Handelshof und neben der Probenbühne des Staatstheaters. Eigentlich ist er leicht zu finden – für Kunden, die wissen, wo sie suchen müssen. „Wir sind nicht unzufrieden“, bilanziert Bereichsleiter Gerd Bockisch das erste Jahr. Im November 2013 wurde der Standort eröffnet. Verkauft werden in Schwerin hergestellte Produkte – also Keramik, Holzarbeiten und Kosmetik –, aber auch Bestseller aus anderen Werkstätten wie Bielefeld, Güstrow oder Bad Doberan. „Es gibt noch Potenzial, das wir nicht ausgeschöpft haben“, sagt Bockisch. „Wir werden jetzt das Sortiment und die Rahmenbedingungen genauer anschauen und wie jedes andere Geschäft auch überprüfen, was sich bewährt hat und was verändert werden muss.“

Das Oster- und das Weihnachtsgeschäft seien sehr gut gelaufen, trotzdem wüssten immer noch zu wenig Kunden, dass es den Werkstattverkauf überhaupt gibt, so Renate Kosche. Aber: „Wer einmal da war, kommt meistens auch wieder“, sagt die Teamleiterin. Und wer sich beim Werkverkauf ein Geschenkpäckchen zusammenstellen lässt oder ein besticktes Handtuch in Auftrag gibt, der bekommt zusätzlich noch einen Kaffee und nette Gespräche. Einkaufen mit Entschleunigungsfaktor.

Im Schlosspark-Center gehen die Werkstätten in der Adventszeit auf Werbe-Tour, dort sind sie schon seit fünf Jahren vertreten, sagt Renate Kosche. Am 29. November hat sie sogar die Stickmaschine mit dabei.


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