Volksentscheid : Aus der Kita ins Wahllokal

Sie sind am 6. September wieder als Wahlhelferinnen in Brüsewitz aktiv: Grit Petersohn, Jana Grahlmann und Annika Kolanos (v.l.).
Sie sind am 6. September wieder als Wahlhelferinnen in Brüsewitz aktiv: Grit Petersohn, Jana Grahlmann und Annika Kolanos (v.l.).

Brüsewitzer Erzieherinnen sichern Abstimmungen in einem der beiden Wahlbereiche der Gemeinde ab – auch am 6. September

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27. August 2015, 17:00 Uhr

Immer wenn eine Wahl ansteht, heißt das für Brüsewitzer Erzieherinnen aus Kita, Hort und Jugendklub Sonntagsarbeit. „Obwohl, Arbeit ist das nicht“, betont Jana Grahlmann. „Wir machen das gern – und freiwillig.“ Die 41-Jährige hat nicht gezählt, wie viele Wahlsonntage sie seit Mitte der 1990er-Jahre im Brüsewitzer Kulturhaus zugebracht hat. Dort sind die Wahllokale für die beiden Brüsewitzer Bereiche zu finden. Die Stimmabgabe im Wahlbereich II für die Ortsteile sichern Angestellte der Gemeinde ab. „Das ist schon so etwas wie gelebte Tradition“, sagt Annika Kolanos, die 41-Jährige ist ebenfalls seit den 1990er-Jahren dabei. Ihre „Chefin“ sowohl in der Kita als auch im Wahllokal ist Grit Petersohn. „Ich habe 2000 in der Brüsewitzer Kita angefangen“, erzählt die heutige Leiterin. Dass auch sie im Wahlhelfer-Team mitmacht, war sofort klar. Dass sie aber auch einmal im Wahllokal den Hut aufhaben wird, das konnte sich die heute 45-Jährige nicht vorstellen. Doch kurz vor den Europa- und Kommunalwahlen im vorigen Mai fiel die Leiterin des Wahllokals aus. Grit Petersohn sprang kurzfristig ein: „Ausgerechnet bei der Mammutwahl.“ Denn am 25. Mai 2014 wurde nicht nur das Europaparlament gewählt. Die Brüsewitzer bestimmten auch Kreistag, Gemeindevertretung und Bürgermeister neu. „Da haben wir bis nach 23 Uhr gezählt“, erinnert sich Jana Grahlmann. Und damit lagen die Brüsewitzer gut in der Zeit. „Wir sind ja auch ein eingespieltes Team, in dem jeder weiß, worauf es ankommt“, ergänzt Annika Kolanos.

Solch einen langen Abend erwarten die Frauen für den 6.  September nicht. Es steht ja „nur“ eine Abstimmung an. Im ersten Volksentscheid von Mecklenburger-Vorpommern stimmen die Bürger über die Gerichtsstruktur im Land ab. Da es lediglich um Ja oder Nein geht, erwarten die Wahlhelferinnen eine unkomplizierte und schnelle Auszählung. Wichtig ist auch, wie viele Stimmzettel überhaupt in der Urne liegen. Die Briefwahl im Amt in Lützow läuft schon. Und generell ist die Wahlbeteiligung die große Unbekannte bei dieser ersten Volksabstimmung. „Bislang jedenfalls ist im Dorf kaum zu spüren, dass eine Wahl ansteht. Das Thema interessiert nicht so viele wie Bürgermeister- oder Bundestagswahl“, schätzt Petersohn ein. Wo sich das nächste Gericht befindet, das interessiere den Einzelnen eben erst, wenn es ihn direkt betrifft.

Davon unabhängig werden die Helferinnen am 6. September zwischen 8 und 18 Uhr im Wahllokal sein. Neben Grit Petersohn, Jana Grahlmann und Annika Kolanos werden das die Erzieherinnen Jana Schneider und Angelika Nagel-Trumpp sowie Gemeindevertreterin Bianca Eisenhardt sein. Und wenn nötig, helfen sie auch direkt. „Wir geben natürlich keine Wahlempfehlung“, betont Petersohn. Aber das ein Ja das Zurück zur alten Struktur bedeutet und ein Nein für die schon im Landtag beschlossene Reduzierung der Gerichtsstandorte steht, erfahren die Wahlberechtigten auf Nachfrage schon.

Und egal, wie hoch die Wahlbeteiligung am 6. September wird, langweilig wird es den Frauen nicht werden. „Wir kennen die meisten Brüsewitzer“, erzählt Annika Kolanos. Viele freuen sich über das Wiedersehen und bedanken sich bei den Wahlhelferinnen für deren Einsatz. Und wenn es im Wahllokal nicht gerade voll ist, steht auch einem Plausch nichts entgegen.

Alle Informationen zum Thema "Volksentscheid" finden Sie in unserem Dossier.

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