Umweltbewusstsein geschult : Aus altem Papier neues geschöpft

Blitzschnell wird das geschöpfte Papier maschinell getrocknet. Michael Koßmann zeigt, wie es geht.
Blitzschnell wird das geschöpfte Papier maschinell getrocknet. Michael Koßmann zeigt, wie es geht.

Umweltschutz an der Lübstorfer Grundschule: Schüler verarbeiteten in kleiner Fabrik ihre leeren Getränkekartons

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03. März 2015, 14:00 Uhr

Das hat Spaß gemacht: Kyara war ganz begeistert von dem Papier-Projekt an ihrer Grundschule in Lübstorf. Erstmals machte Michael Koßmann mit seiner kleinen Papierfabrik an dieser Grundschule Station. Der Projekttag ist Bestandteil des von Tetra Pak und der Vogtlandmilch initiierten Schulmilchprogramms Joe Clever, an dem sich rund 2700 Schulen aus dem Bundesgebiet beteiligen. Koßmann: „Im Mittelpunkt der Aktion steht eine Papierfabrik im Kleinformat. Mit dieser recyceln die Schüler unter Anleitung leer getrunkene Schulmilchpackungen und schöpfen aus den zurück gewonnenen Zellstofffasern neues Papier.“

An der Lübstorfer Schule wird Schulmilch in Tetra Paks ausgegeben. „Milch enthält Kalzium und ist für die körperliche Entwicklung der Kinder sehr wichtig. Daher ist es nur zu begrüßen, wenn in Schulen Milch angeboten wird“, betont Koßmann Das Besondere in Lübstorf: An den Kosten für die Schulmilch beteiligen sich auch die Gemeinden des Schulverbandes Lübstorf. Die Eltern tragen nur ein Drittel der Kosten.

Für die gestrige Aktion haben die Mädchen und Jungen ihre leeren Getränkekartons gesammelt und ausgewaschen. In einem so genannten Pulper, einem Rührbottich, werden die Getränkepackungen zerkleinert und aufgelöst. Aus dieser breiigen Masse lassen sich dann Plastik- und Silberfolie gut herausfischen – übrig bleibt der reine Papierbrei. Daraus schöpfen die Kinder neues Papier. In einer Vakuum-Saugpumpe wird dem Blatt dann die Feuchtigkeit entzogen – in nur drei Sekunden. Anschließend wird das Blatt noch abgeklopft und darf sich ausruhen. Die zehnjährige Kyara weiß schon, was sie mit ihrem fertigen Blatt machen wird: bemalen.

Anliegen des Projektes „Wir machen Papier“ ist es, Schüler für den Umweltschutz zu sensibilisieren, betont Michael Koßmann, der als freier Journalist das Projekt seit Jahren betreut. „Die Kinder sehen, dass Recycling im Praktischen funktioniert. So gewonnenes Papier kann im großen Maßstab bei der Herstellung von Paketen, Kartons, Eierpackungen oder Verpackungen generell eingesetzt werden, erklärt er. Und weiter: Der Blick auf das Altpapier werde ein anderer. Schulen berichten, dass Kinder bewusster mit leeren Getränkepackungen umgehen würden und darauf achten, dass diese in Wertstoffsäcken gesammelt werden. Heute ist Michael Koßmann mit seiner kleinen Papierfabrik an der Brüsewitzer Grundschule zu Gast.

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