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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. Oktober 2017 | 18:39 Uhr

Strassenbau in Schwerin : Aufstand der Anwohner

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Grundsanierung des Großen Moor wurde auf Anliegerversammlung mit großer Mehrheit abgelehnt

von
erstellt am 12.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Wollen die Schweriner nicht, dass ihre Stadt schöner wird, oder geht es schlicht um ihr Portmonee? In der Rogahner Straße, in der Gadebuscher Straße und jetzt im Großen Moor – überall gibt es Widerstand gegen die Grundsanierung der Straßen. Für die müssten, im Gegensatz zur Instandhaltung, die Anwohner einen Teil der Kosten übernehmen. Welche großen Vorhaben die Stadt auch hat, es bläst ihr der Wind ins Gesicht. So auch im Großen Moor.

Anwohnerversammlung zu den Umbauplänen der Innenstadtstraße: Die Stadtverwaltung setzte große Erwartungen in die Veranstaltung, nachdem die Resonanz im Internetforum nur sehr verhalten war. Der Demmlersaal war fast 100 Besuchern gut gefüllt. Und die Wellen gingen hoch. „Uns hat niemand gefragt, ob wir die Grundinstandsetzung überhaupt wollen“, sagt Heiko Schönsee. „Warum sollen wir dafür bezahlen, dass die Stadt es jahrzehntelang versäumt hat, die Straße instand zu halten.“ Außerdem wiesen die Anwohner darauf hin, dass mit keiner der drei Umbauvarianten das Parkplatzproblem im Großen Moor gelöst werden würde. „Es gibt kein Konzept“, so Schönsee. Die Theaterbesucher würden die Stellplätze im Großen Moor blockieren. Über die Umbauvarianten wollten die Anwohner zunächst gar nicht diskutieren.

Baudezernent Bernd Nottebaum wies auf die Bedeutung der Straße für den Innenstadtbereich hin. „Das steht auch so im Touristischen Entwicklungskonzept der Stadt.“ Dass in den zurückliegenden 35 Jahren nicht instandgesetzt wurde, liege auch daran, dass Schwerin 450 Straßenkilometer zu bewirtschaften habe. Das sei nicht zu schaffen, so dass Straßen auch grundsaniert werden müssten. „Dass die Anwohner dafür bezahlen müssen, steht so im Gesetz.“

Die Stadt halte an der Sanierung des Großen Moor fest. Unterstützt wurde Nottebaum vom Ortsbeiratsvorsitzenden Thomas Hartmann. Eine direkte Abstimmung im Demmlersaal des Rathauses ergab dann: Nur zwei Bürger waren für eine Grundsanierung, eine große Mehrheit dagegen.

Danach wurde aber doch noch über das Wie der Straßensanierung diskutiert. Fazit: Es sollten so viele Stellplätze wie möglich erhalten werden und der Große Moor dürfe nicht zur Rennstrecke werden.

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