Schwerin : Aufschwung für die Innenstadt

Stellten das Plakat der ersten Kampagne vor: Birgit Gorniak, Irmtraud Sykulla und Dorothee Crayen (v.l.)
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Stellten das Plakat der ersten Kampagne vor: Birgit Gorniak, Irmtraud Sykulla und Dorothee Crayen (v.l.)

Gründerwettbewerb steht nach drei Durchläufen am Scheideweg.

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17. April 2018, 12:00 Uhr

Mit dem Auszug der Buchhandlung Weltbild aus der Schmiedestraße steht aktuell wieder ein zentrales Innenstadtgeschäft leer. Gleich daneben in der Buschstraße sucht ein weitere Laden einen Betreiber. Gibt es in der Altstadt zu viele leerstehende Immobilien und zu wenig Ideen? „Unsere Innenstädte werden sich verändern“, sagt Kristin Just von der Industrie- und Handelskammer. Viele private Handelsunternehmer finden keine Nachfolger, Filialisten ziehen sich plötzlich zurück, die Digitalisierung stellt die Geschäfte vor neue Herausforderungen. „Es wird eine neue Mischung geben aus Handel, Gastro, Dienstleistung und Produktion“, sagt Kristin Just und spricht von Co-Working, Kreativ-Laboren und dem Bikini-Shopping-Center in Berlin, das einzelne kleine Flächen oder „Boxes“ auf Zeit an Kreative und Start-up-Unternehmen vermietet. All das kann sich die Handels-Expertin auch für Schwerin vorstellen. „Es ist nicht mehr so einfach, Leerstand mit klassischen Handelsgeschäften zu besetzen.“

Der Schweriner Gründerwettbewerb von Stadt, IHK und Handelsverband sollte vor fünf Jahren Abhilfe schaffen und mehr Leben in die City bringen. Drei Auflagen gab es inzwischen und sehenswerte Erfolge. Ladenlokale in der Puschkinstraße, in den Schweriner Höfen und in der Schusterstraße fanden neue Liebhaber. Beim dritten Anlauf waren die Bewerberzahlen deutlich geringer als zuvor. Das Siegerkonzept, ein Unverpackt-Laden, wurde anschließend nicht realisiert.

„Ich würde den Gründerwettbewerb trotzdem gerne nochmal machen“, sagt City-Managerin Sabine Steinbart, die die Reihe damals anschob. Mitstreiterin Kristin Just möchte das Konzept gern erweitern – entweder sollte ganz Westmecklenburg einbezogen werden oder ein Schwerpunkt auf neue, digitale Marketingstrategien gesetzt werden. „Mein Lieblingsbeispiel ist Karls Erlebnishof, der inzwischen einen Online-Handel hat und seine Erdbeer-Marmelade durch ganz Deutschland verschickt“, sagt sie.

Im Herbst beraten die Verantwortlichen des Schweriner Gründerwettbewerbs, wie es weitergeht. SVZ berichtet in dieser Woche, wie sich die Gewinner bisher am Markt geschlagen haben.

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