Schweriner Haus verkauft : Aufregung in Seniorenwohnanlage

Seit 1992 wohnen in der Amtstraße Senioren innenstadtnah und mit Blick auf den Schweriner See. Wegen der lukrativen Lage sollen die Mietwohnungen jetzt verkauft werden.
Seit 1992 wohnen in der Amtstraße Senioren innenstadtnah und mit Blick auf den Schweriner See. Wegen der lukrativen Lage sollen die Mietwohnungen jetzt verkauft werden.

Gebäude in der Amtstraße wurde an Gesellschaft aus Spornitz verkauft: Appartements sollen zu Eigentumswohnungen werden

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19. August 2016, 05:00 Uhr

Helle Aufregung in der Seniorenwohnanlage in der Amtsstraße. Müssen die Bewohner raus? Die Verunsicherung ist groß, seit die älteren Herrschaften informiert wurden, dass das Haus verkauft ist.

Awo-Chef Axel Mielke bestätigt: Ja das Haus ist verkauft. „Der neue Eigentümer will die Mietwohnungen perspektivisch in Eigentumswohnungen umwandeln und die dann verkaufen. Das ist immer noch eine Toplage“, schätzt Axel Mielke ein. Allerdings müssen die derzeitigen Mieter nicht ausziehen. „Der Eigentümer hat uns gebeten, frei werdende Appartements nicht wieder zu vermieten“, sagt Mielke. Von den 23 Wohnungen sind im Moment nur noch 15 belegt.

„Unglücklich“ ist nach Axel Mielkes Worten die Information der Bewohner der Amtstraße 11 gelaufen. „Als unsere Pflegedienstleiterin mit den Mietern sprach, hatten die noch gar keine Information vom neuen Eigentümer bekommen.“ Dass das für Aufregung sorgte, kann Mielke verstehen. Er versichert aber: „Unser Ziel ist es, die Senioren am Standort weiterhin zu betreuen. Es gibt für sie keine Veränderungen.“ Allerdings hat die Awo vor gut einer Woche einen Brief an die Bewohner geschickt, in dem sie darauf hinweist, dass sie „zum 1.9.2016 nicht mehr die bekannten Serviceleistungen im Rahmen des Dienstleistungsvertrages erbringen wird“.

Ob das die Bewohner beruhigen wird, bleibt abzuwarten. Denn Angehörige berichteten am Heißen Draht der SVZ über ihrer Meinung nach Merkwürdiges. So habe ein Gerüst wochenlang am Haus gestanden, um die Fassade anzustreichen. „Das kann doch nicht Wochen dauern“, sagte ein besorgter Schweriner. Er wähnt gezieltes Mobbing hinter der Aktion, um die älteren Bewohner zu verunsichern. Dazu zählt er auch, dass Sparkassenvertreter Interessenten nicht nur leer stehende, sondern auch belegte Wohnungen zeigen. „Unter den Bewohnern wird heiß diskutiert und spekuliert“, so ein Anrufer. Der Geschäftsführer der neuen Eigentümergesellschaft war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Seniorenwohnanlage für „Wohnen mit Service“ wie das Betreute Wohnen heute bei der Awo heißt, wurde 1992 gebaut. Eigentümer war zunächst die „Wohnen am See“ Bauträger, Bau- und Vertriebs GmbH in Paderborn. Verwaltet wird die Immobilie von der Schweriner Dependance der Firma Wentzel Dr. Das Serviceangebot macht die Awo. Die bisherigen Eigentümer wollten ihr Engagement in Schwerin aufgeben und beauftragten die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin mit dem Verkauf der Immobilie. Als Käufer fand das Geldinstitut die Turs Mecklenburg GmbH aus Spornitz bei Parchim, ein Unternehmen, das laut Handelsregister erst am 3. Dezember 2015 gegründet wurde. Geschäftsführer ist Reimond Schneider, der mehrere Immobilienunternehmen leitet und auch die MFT Fensterbau in Spornitz führt. Bisher ist Reimond Schneider nicht durch rabiates Auftreten auf dem Immobilienmarkt oder anderswo aufgefallen. Im Gegenteil: In der Region ist er ein gern gesehener Sponsor bei den Amateursportlern, beispielsweise des SV Matzlow-Garwitz.

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