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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. Oktober 2017 | 10:18 Uhr

Jugendliche forschen : Auf Zeitreise durch die Platte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jugendliche aus dem Awo-Treff „Deja vu“ erforschten den Dreesch – Film, Ausstellung, Gespräch im „Eiskristall“

von
erstellt am 19.Feb.2015 | 23:31 Uhr

„Wie? Du wohnst in der Platte?“ Wer kennt sie nicht, diese kritischen Nachfragen, die immer dann auftauchen, wenn man sich über den Wohnort unterhält. Die Platte ist mit vielen Vorurteilen behaftet: hochkriminell, verwahrlost, eintönig und grau. Doch ist das wirklich so? Dieser Frage sind Jugendliche aus dem Awo-Treff „Deja vu“ nachgegangen.

Im Projekt „Zeitensprünge“ der Stiftung Demokratische Jugend beschäftigten sie sich mit der Zeitgeschichte des Plattenbaus und ihrer Heimat, dem Dreesch. Den „Plattenspringern“ stellten sich die Fragen, wie und warum die Platte eigentlich entstanden ist. Wie sah es früher auf dem Dreesch aus? Wo gab und gibt es noch Plattenbaugebiete in Deutschland oder sogar in anderen Ländern? Und warum hat die Platte heute so einen schlechten Ruf?

Um diese Fragen beantworten zu können, sind die Jugendlichen weit in die Zeit zurück gesprungen. Die Wurzeln einer Bauweise, die sich auf vorgefertigte Plattenelemente stützt, reichen bis in das 12. Jahrhundert zurück. Sogar Leonardo da Vinci bediente sich dieser Bauweise und entwickelte Gartenpavillons in Tafelbauweise. Es folgte eine wechselvolle Geschichte der Platte mit vielen Höhen und Tiefen. Immer wieder kam ihr große Bedeutung zu, wenn es darum ging, möglichst schnell und wirtschaftlich Wohnungen für viele Menschen zu errichten – und das weltweit.

Die „Plattenspringer“ wurden in ihren Recherchen von Zeitzeugen unterstützt. Sie befragten langjährige Anwohner, Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow sowie den ehemaligen Mitarbeiter des städtischen Bauamtes Schwerin, Hans Joachim Peters. Die Bürger schickten den „Plattenspringern“ Bilder vom Dreesch früher und heute per Facebook und WhatsApp.

Ihre Info-Plakate, Modellbauten und einen Dokumentationsfilm präsentierten die „Plattenspringer“ Ende November auf dem 10. Jugendgeschichtstag im Schloss. Am 26. Februar stellen sie ihre Forschungsergebnisse nun im Stadtteiltreff „Eiskristall“ am Berliner Platz vor – Film, Ausstellung, Gespräch. Beginn: 16 Uhr. Interessenten sind herzlich willkommen.

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