Abriss und Neubau : Auf Trebbows Gutshof zieht Leben ein

Die Erschließungsarbeiten für die neuen Grundstücke sollen in diesem Jahr fertig werden.  Werner Mett
Die Erschließungsarbeiten für die neuen Grundstücke sollen in diesem Jahr fertig werden. Werner Mett

Nach jahrelangem Hin und Her wird nun der Verfall des historischen Gutshof-Areals von Klein Trebbow gestoppt. Die Denkmalbehörde hat dem Abriss des 1943 gebauten Kuhstalls zugestimmt.

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10. Mai 2013, 08:02 Uhr

Klein Trebbow | Der Kernbereich des historischen Gutshof-Areals von Klein Trebbow soll wieder mit Leben erfüllt werden. An der Zufahrt zum Schloss konnte eine Reihe von historischen Gebäuden erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt werden. Zumeist entstanden Wohnungen. Und auch an der Kreisstraße tat sich etwas: Hier entstanden schmucke Eigenheime. Doch mittendrin standen bis vor wenigen Wochen die Überreste des 1943 gebauten Kuhstalls. "Eigentlich sollten in den denkmalgeschützten Mauern Reihenhäuser entstehen", berichtet Geschäftsführer Rüdiger Bethge von der Firma Trebbower Bauprojekte. "Doch das ließ sich nicht umsetzen." Hauptproblem war das Licht. Denn bei Beibehaltung des alten Grundrisses war es unmöglich, genügend Tageslicht ins Gebäudeinnere zu leiten. Deshalb standen Grundmauern und erhaltene Teile des Dachstuhles auch schon wieder fast zehn Jahre ungenutzt in der Landschaft. Während sich links und rechts langsam der Neuanfang regte, ging im Kern des Gutshofes der Verfall des Kuhstalls weiter. "Ich bin froh, dass die Denkmalbehörde jetzt dem Abriss und damit einem Neuanfang zugestimmt hat", sagt Bürgermeister Günter Lemke. Dass an dieser Stelle damit nur noch Platz für sieben Familien geschaffen wird, stört ihn nicht. In den Reihenhäusern waren immerhin 15 Wohneinheiten geplant. "Doch mir ist eine kleine Entwicklung lieber, als ein Großprojekt, das nur auf dem Papier steht", betont der Bürgermeister.

Ganz verschwunden sind die Reste des Kuhstalls übrigens nicht. Nicht nur die einst im Stall verbauten Findlinge bleiben erhalten. Auch die Ziegel liegen noch auf dem Areal - diese wurden allerdings zerschreddert. "Von dem alten Baumaterial wollen wir so viel wie möglich wiederverwerten - sei es im Straßenbau oder zur Verschönerung der Grundstücke", betont Rüdiger Bethge. Schon am Ende dieses Jahres sollen die Schuttberge mit Steinbruch, die so um die 5000 Tonnen wiegen, verschwunden sein - im Untergrund für die neuen Straßen und Wege. Auch Ver- und Entsorgungsleitungen kommen in die Erde. "Mit den Erschließungsarbeiten werden wir 2013 fertig", betont Bethge. Der Klein Trebbower ist zudem zuversichtlich, dass schon ein Jahr später auch alle Grundstücke im "Wohnpark am Schloss" bebaut sind. "Die Grundplatte für das erste Haus entsteht bereits, zwei weitere Grundstücke sind vergeben", berichtet der Geschäftsmann. "Übrigens kommen diese Bauherren aus der Gemeinde."

Das freut auch den Bürgermeister. "Natürlich freuen wir uns auch über Menschen , die zu uns ziehen. Aber in Klein Trebbow bauen vor allem Familien, die schon hier oder in einem unserer Ortsteile wohnen,", unterstreicht Günter Lemke. Etwas anders sieht es hingegen auf dem weiteren einstigen Gutshof auf dem Gemeindegebiet aus, der ebenfalls wieder zu neuem Leben erweckt wird: Kirch Stück. "Da sind nur noch ganz wenige Bauplätze frei. Und in Kirch Stück haben auch viele Zugezogene gebaut." In den Mittelpunkt rückt der Bürgermeister dabei den Fakt, dass die Gemeinde Klein Trebbow sich über Jahre Stück für Stück entwickelt hat. Die meisten neuen Wohnhäuser dabei sind auf den beiden, alten Gutsanlagen entstanden. Für diese Areale hätte es keine andere Entwicklungsmöglichkeit gegeben. "Aber hier brauchte die Gemeinde schon einen langen Atem, um erfolgreich zu sein", so Lemke. Und selbst wenn Kirch Stück und das Areal des einstigen Kuhstalls bald bebaut sind, bleibt noch Platz für mehr neue Häuser. Auf der anderen Seite der Kreisstraße durch Klein Trebbow wurden schon vor Jahren jüngere Ställe und die alte Gärtnerei abgerissen. Auch das Gelände ist heute ein Wohnbaugebiet. "Hier entstehen gerade zwei neue Einfamilien häuser", ergänzt Lemke. Durch diese schrittweise Entwicklung sei es der Gemeinde Klein Trebbow auch gelungen, ihre Einwohnerzahl Jahr für Jahr leicht zu erhöhen. "Unsere Nachbargemeinden verlieren seit Jahren wieder Einwohner. Wir hingegen wachsen - langsam, aber stetig, betont der Bürgermeister. Derzeit leben in den fünf Ortsteilen rund 950 Menschen. Günter Lemke hofft, dass in naher Zukunft der Sprung über die 1000-Einwohner-Marke gelingt.

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