Frauentag in Schwerin : Auf Spuren bedeutender Frauen Schwerins

Nehmen Bertha Klingberg in die Mitte: die Gleichstellungsbeauftragte Dorin Möller (r.) und Bettina Kiene vom Verdi-Bezirksfrauenrat.
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Nehmen Bertha Klingberg in die Mitte: die Gleichstellungsbeauftragte Dorin Möller (r.) und Bettina Kiene vom Verdi-Bezirksfrauenrat.

Von Bertha Klingberg bis Großherzogin Alexandrine: Frauenbündnis und Stadt feiern Ehrentag mit Rundgang durch Schwerin

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08. März 2016, 23:00 Uhr

Bertha Klingberg, Großherzogin Alexandrine, Ida Masius oder Johanna Blecha: Die Landeshauptstadt hat gleich eine Reihe historisch bedeutender Frauen hervorgebracht. „Im Gegensatz zu vielen Männern sind ihre Biografien im Laufe der Zeit aber häufig in Vergessenheit geraten“, sagte Stadtführerin Irene Schwaß. Das Schweriner Frauenbündnis und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Dorin Möller, nahmen dies am Internationalen Frauentag zum Anlass, bedeutende Frauen Schwerins in den Fokus zu rücken. Anders als in den Vorjahren, als die Frauen-Powerbahn auf den Ehrentag aufmerksam gemacht hatte, gingen die Organisatoren in diesem Jahr einen neuen Weg.

„Mit einem Stadtrundgang entlang besonderer Plätze, die nach bedeutenden Frauen benannt sind, wollen wir bewusst auf den Frauentag und auf die Frauenrechte aufmerksam machen“, sagt Liane Dommer vom Schweriner Frauenbündnis. Nach dem Start in der Demmlerstraße, wo die Kinder der Kita Feldstadtmäuse den Tag mit einigen Frühlingsliedern eröffneten, übernahm Stadtführerin Irene Schwaß die etwa 30-köpfige Gruppe. Auf dem Weg vom Bertha-Klingberg-Platz über den Alten Garten und die Baderstraße bis hin zum Schleswig-Holstein-Haus erinnerte sie etwa an Ida Masius, die 1866 die Stiftung des Anna-Hospitals ins Leben rief, oder an Großherzogin Alexandrine, die nach dem Tod ihres Mannes Paul Friedrich 1842 auch als Frau großen politischen Einfluss ausübte. Teil der mehr als zweistündigen Führung waren aber auch die Biografien der ersten Schweriner Oberbürgermeisterin Johanna Blecha oder der Blumenfrau Bertha Klingberg, die für ihren Einsatz für die Landeshauptstadt als erste Frau überhaupt zur Ehrenbürgerin ernannt wurde. Im Jahr 1990 sammelte Klingberg mehr als 17 000 Stimmen für die Ernennung Schwerins zur Landeshauptstadt.

Die Teilnehmer, zumeist Frauen, fanden Gefallen an diesem besonderen Stadtrundgang: „Wir sind jedes Jahr am 8. März dabei. Die Neuausrichtung mit der Führung ist eine schöne Abwechslung und mal etwas anderes“, sagen die Schwerinerinnen Ingrid Dieckow und Sigrid Kornett.

Für die Organisatoren ist es jedoch wichtig, das weibliche Geschlecht nicht nur am Internationalen Frauentag in den Mittelpunkt zu rücken. „Heute kämpfen wir in Europa zwar nicht mehr um das Frauenwahlrecht, dafür aber um die gleiche Bezahlung im Beruf oder für die besseren Bedingungen bei der Betreuung von Opfern häuslicher Gewalt“, sagt Liane Dommer, die auch Chefin des Schweriner Frauenhauses ist.



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