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Zeitung für die Landeshauptstadt

15. Dezember 2017 | 07:35 Uhr

Schwerin : Auf Seepatrouille mit der Polizei

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ begleitet eine Kontrollfahrt über Schweriner Gewässer: Beamte achten auf Tempo-Verstöße und alkoholisierte Freizeitkapitäne

svz.de von
erstellt am 03.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Still ruht der See. Es ist diesig an diesem Tag. Regen liegt in der Luft. Mit 13 Stundenkilometern fährt das Boot WS-63 an Kaninchenwerder und Ziegelwerder vorbei. Polizeihauptmeister Dirk Wenzel greift zum Fernglas. „Was haben wir denn da?“ Ein Schiff der DLRG ist in der Ferne zu sehen. Kein Grund zur Beunruhigung. Wenzel setzt sein Fernglas wieder ab.

Gemeinsam mit Kollege Dietmar Sagert ist Wenzel auf Kontrollfahrt auf dem Schweriner See. Die Beamten der Wasserschutzpolizeiinspektion in der Landeshauptstadt achten darauf, dass sich Seefahrer und Angler an die Vorschriften halten. Auch an Bord gelten Regeln. Und Sagert und Wenzel kennen sie alle. Beide sind gerne Polizisten.

Am Horizont tauchen Optimisten auf. Die Segler trainieren für die Deutsche Meisterschaft. Dirk Wenzel nimmt wieder das Fernglas zur Hand. „Dort gibt es genug Begleitboote“, sagt er mit sicherem Blick.

Kursänderung. Es geht zurück, Richtung Heidensee. Kurz vor dem Stangengraben stoppen Wenzel und Sagert ein kleines Segelboot mit Motor. Der Skipper ist mittelmäßig begeistert. „Ich bin bestimmt der langsamste Fahrer auf dem Schweriner See“, versichert er. „Trotzdem werde ich jedes Jahr kontrolliert.“ Die Papiere des Schweriners sind in Ordnung – Sportboot-Führerschein, Internationaler Bootsschein. „Ihren Führerschein müssten sie aber mal unterschreiben“, erklärt Dietmar Sagert dem Mann und wünscht gute Fahrt.

Es beginnt zu regnen. „Auf dem See sieht man sich immer wieder“, sagt Sagert, seit mehr als 20 Jahren bei der Polizei. Routiniert steuert er die WS-63 durch den Stangengraben. Der Rumpf des Bootes stammt noch aus DDR-Zeiten. Vor drei Jahren wurde das Schiff aber komplett überholt und mit moderner Technik ausgestattet – GPS-Empfänger, Radar, Digitalfunk, Kaffeemaschine sind an Bord. Gut 30 Knoten liefert der Dieselmotor, wenn es drauf ankommt.

Die Weiße Flotte fährt ein fast leeres Schiff spazieren. Kein Ausflugswetter. Durch den Heidensee geht es gleich Richtung Ziegelsee. Vor dem Werderkanal müssen sich Sagert und Wenzel per Schiffsfunk anmelden, um im engen Kanal nicht unliebsame Begegnungen zu riskieren.

Auf dem Ziegelsee treffen die Beamten einen Angler in seinem Boot. Der Mann kann einen Fischereischein und auch eine Angelberechtigung vorweisen. Er habe nichts gefangen, berichtet der Angler, aber etwas getrunken. „Ja, ein Bier.“ 0,08 Promille zeigt des Messgerät für den Atemalkohol. Damit ist der Mann noch seetüchtig. Sagert und Wenzel drehen ab, setzen ihre Kontrollfahrt fort.

Die beiden Polizeihauptmeister sind an diesem Tag aber nicht die einzigen Beamten auf Patrouille. Sechs weitere Kollegen machen bei der so genannten Komplexkontrolle mit. Doch die Zahl der überprüften Boote und der festgestellten Verstöße hält sich überall in Grenzen. Kein Wetter für Raser.

Bald wird über dem Schweriner See aber wieder die Sonne scheinen. „Und dann gibt es hier oft so viele Schiffe, dass man fast trockenen Fußes über den See gehen kann“, sagt Dietmar Sagert.

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