zur Navigation springen

Alte Sportstätten in Schwerin : Auf Rädern um den Pfaffenteich

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Am Gewässer in der Innenstadt wird heute noch Sport getrieben

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Fußball, Handball, Volleyball: In der Landeshauptstadt wird viel Sport getrieben und das oft sogar erfolgreich. Ob in der Palmberg-Arena, auf dem Lambrechtsgrund oder im Sportpark Lankow – überall springen, hüpfen, laufen große und kleine Schweriner. Doch die Stadt hat auch zahlreiche Sportstätten, die in Vergessenheit geraten oder mittlerweile für andere Veranstaltungen genutzt werden, wie den Pfaffenteich.

Freizeitläufer drehen hier ihr Runden, Besucher der Stadt sind begeistert von dem Panorama, Spaziergänger genießen die Atmosphäre – der Pfaffenteich lockt nicht nur Schweriner an. Und er ist viel mehr als nur eine touristische Sehenswürdigkeit, er ist seit Jahrzehnten Austragungsort zahlreicher sportlicher Veranstaltungen wie dem traditionellen Radrennen „Rund um den Pfaffenteich“.

Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden Wettrennen um den künstlichen Teich ausgetragen. Zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges drehten Radler wieder ihre Runden über das holprige Kopfsteinpflaster. Damit legten sie den Grundstein für eine der erfolgreichsten Sportveranstaltung in der Geschichte der Landeshauptstadt – das Radrennen „Rund um den Pfaffenteich“. Gleich zur Premiere am 1. Juni 1947 konnte mit dem Rolf Haberecht ein Schweriner Fahrer als erstes die Ziellinie überqueren. Haberecht war Fahrradhändler in der Stadt. Auch die anderen einheimischen Radler Arthur Schwampe, Heinz Wahl, Hans Sprenger, Günter Schattinger, Siegfried Padzdior und Heinz Mehrländer sorgten für Erfolge.

1963 stand mit Klaus Ampler das letzte Mal ein Sieger von „Rund um den Pfaffenteich“ fest, denn trotz großer Erfolge fanden danach keine Rennen mehr statt. Erst 1996 wurde die Tradition wieder zum Leben erweckt, ein Jahr später überquerte Jan Ullrich als erster die Ziellinie. Dabei wurde der Sieger der Tour de France von mehr als 40 000 Zuschauern gefeiert. 2000 war dann endgültig Schluss für die Radveranstaltung.

Der Pfaffenteich war aber nicht nur Austragungsort des traditionellen Radrennens, sondern auch Ziel vieler DDR-Rundfahrten sowie Eliterennen im Radsport. Zudem dröhnten hier in den 1950er-Jahren die Motoren. Denn anlässlich des Radrennens wurden auch Motorrad- und Motorbootrennen um und auf dem künstlichen Gewässer geboten. „Die Fahrer erklärten, nachdem sie mehrere Runden gefahren hatten, daß sich auf dieser Straßenstrecke durchaus Motorrennen ausfahren ließen, daß aber die Straßen vorher noch überholt werden müßten“, schrieb die Landes-Zeitung im Sommer 1950, als die Premiere des Motorrad- und Wagenrennens gefeiert wurde. Davon war ein Jahr später nichts zu sehen und dennoch verfolgten mehr als 50 000 Zuschauer am 24. August 1951 das packende Rennen. Auch in den folgenden Jahren kamen mehrere zehntausend Besucher zu der sportlichen Veranstaltung, die am 6. August 1953 zum letzten Mal am Pfaffenteich stattfand.

Heute wird die Strecke rund um den Pfaffenteich von Läufern genutzt, wie beim Unicef-Spendenlauf oder beim Schweriner Nachtlauf.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen