zur Navigation springen

Langjähriges Straßenbauvorhaben abgeschlossen : Auf neuer Kreisstraße nach Retgendorf

vom

Nach zehn Jahren Bauzeit ist die Straßenbaumaßmahme "Umverlegung der Kreisstraße K1 von der B 104 bis Retgendorf" abgeschlossen. Die alte Trasse am Schweriner See bleibt als Rad- und Wirtschaftsweg nutzbar.

svz.de von
erstellt am 18.Feb.2013 | 11:33 Uhr

Retgendorf | Es war eines der größten und auch zeitlich umfangreichsten Bauvorhaben für den ehemaligen Landkreis Parchim. Nach einer Bauzeit von nahezu zehn Jahren ist die Maßnahme "Umverlegung der Kreisstraße K1 von der B 104 bis Retgendorf" jetzt abgeschlossen. Die alte 4,8 Kilometer lange Kreisstraße mit ihrem Verlauf direkt am Schweriner See ist heute ein Rad- und Wirtschaftsweg. Die neue 3,8 Kilometer lange Kreisstraße verläuft ein gutes Stück weiter "landeinwärts" auf gänzlich neuer Trasse von Cambs bis Retgendorf. Das Landeskriminalamt und das Diakoniewerk Neues Ufer sind nun über den ebenfalls neu angelegten so genannten "LKA-Weg" zu erreichen.

Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf etwa 2,7 Millionen Euro, davon machen die Baukosten in Höhe von 2,45 Millionen Euro den größten Anteil aus. Der Anteil der Gemeinde Dobin am See für den Straßenbau in der Ortslage Retgendorf umfasst etwa 19 000 Euro, das Straßenbauamt Schwerin ist mit 71 000 Euro beteiligt. Eine Förderung der Baukosten in Höhe von rund 1,47 Millionen Euro kam hinzu. Weitere 212 000 Euro Förderung kamen vom Straßenbauamt Schwerin; der Rückbau wurde mit bis zu 90 Prozent der Gesamtkosten gefördert.

"Die alte Kreisstraße K 1 war die unfallträchtigste Kreisstraße im Landkreis Parchim", blickte Günter Matschoß, 2. Stellvertreter des Landrates in einer abschließenden Runde mit Bürgermeistern, Vertretern des Amtes Ostufer Schweriner See sowie beteiligten Bau- und Planungsfirmen zurück. "Außerdem gab es in den anliegenden Gemeinden den Wunsch, die Uferstraße zurückzubauen, wenn die A 14 kommt." So habe bereits im Jahr 1995 mit ersten planerischen Überlegungen ein außerordentlich aufwendiges Vorhaben begonnen. Erforderlich waren dabei auch ein Planfeststellungsverfahren zum Weiterbau der A14 und zur Umverlegung der K1, ein Bodenordnungsverfahren speziell für den Weg zur Anbindung des Landeskriminalamtes und zahlreiche Naturschutzmaßnahmen, darunter die Pflanzung von fast 300 Bäumen und der Bau eines Otterdurchlasses.

"Für die Region, insbesondere für die Gemeinde Dobin am See, war dieses Projekt eine wichtige Lösung", sagte Günter Matschoß. Das sei allerdings nur mit massivem Einsatz von Mitteln des Landkreises möglich gewesen. Über neun Jahre habe das Projekt fast alle Straßenbau-Investitionsmittel gebunden. Insgesamt bewertete Matschoß das Gesamtvorhaben als eine"runde Sache". Er verwies darauf, dass heute nahezu 1000 Kilometer Kreisstraßen und 82 Brücken in Baulastträgerschaft des Landkreises Ludwigslust-Parchim seien. "Das ist auch finanziell eine erhebliche Herausforderung für uns. Große Neubauvorhaben wie die Umverlegung dieser Kreisstraße wird es in absehbarer Zeit nicht geben."

Auch seitens der beteiligten Gemeinden Leezen und Dobin am See fand das Gesamtprojekt Anerkennung. Die Zusammenarbeit habe gut funktioniert, resümierte der Dobiner Bürgermeister Carlo Folgmann. Gleichwohl übte er punktuell Kritik an der kurvenreichen Streckenführung, insbesondere des LKA-Weges und beklagte auch die aus seiner Sicht zu grobkörnige und damit für Skater nicht geeignete Oberfläche des Rad- und Wirtschaftsweges im Verlauf der alten K1. Aus Sicht des Landkreises ist die Ausführung ordnungsgemäß. "Aber natürlich nehmen wir den Hinweis ernst", sagte Günter Matschoß. "Im Sommer werde wir da noch einmal mit einer Walze nacharbeiten lassen."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen