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Plattsnacker aus Rehna machen sich stark für Schweriner Bühne : Auf Fritz Reuters Spuren

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Die plattdeutsche Sprache ist ihr Leben. Ohne Läuschen und Riemels den Alltag zu bestreiten, das kann sich Rita Völzer nicht vorstellen. Ebenso wenig die angedachte Schließung der Fritz-Reuter-Bühne in Schwerin.

Rehna | Die plattdeutsche Sprache ist ihr Leben. Ohne Läuschen und Riemels den Alltag zu bestreiten, das kann sich Rita Völzer als Vorsitzende des Plattdeutschen Vereins to Rehna nicht vorstellen. Ebenso wenig die angedachte Schließung der Fritz-Reuter-Bühne in Schwerin. SVZ-Redakteur Volker Bohlmann sprach mit Rita Völzer.

Dunkle Wolken ziehen über Mecklenburgs Theaterlandschaft auf. Die Fritz-Reuter-Bühne soll platt gemacht werden. An Dramatik fehlt es nicht. Wird dieses Werk dem Anspruch der Rehnaer gerecht?

Rita Völzer: Ich war erschrocken über eine derart schlechte Inszenierung und dachte mein Herz bleibt stehen.

Zum Glück sind Sie wohlauf. Aber die Sorgen bleiben, oder?

Die Debatte beobachten wir mit Sorge. Die Schließung wäre mit das Schlimmste, was Mecklenburg-Vorpommern passieren kann.

In welcher Hinsicht?

Als Dichter und Schriftsteller ist Fritz Reuter der bekanntestes Sohn Mecklenburgs. Eine Bühnenschließung käme der Verleugnung des eigenen Sohnes gleich.

Reuters Stücke finden sogar in Bayern und Sachsen ausreichend Beachtung. Somit zeugen die Mecklenburger Schließungspläne von einem fehlenden Heimatbewusstsein. Obwohl die plattdeutsche Sprache längst Bestandteil der europäischen Sprachkarte ist.

Welche Bedeutung hat der Dichter für Sie persönlich?

Seine Geschichten begleiten mich seit Kindheitstagen. In schlechten Zeiten zitierte unsere Mutter aus seinen Werken. Im Lesebuch meines Vater, es wurde 1897 gedruckt, finden sich 17 Geschichten. Darin blättere ich heute noch gerne.

In modernen Schulbüchern erhält Reuter kaum Beachtung. Dabei würde ein Läuschen nicht schaden.

Das klingt nach einer Anregung für Bildungspolitiker.

Na klar. Unsere Sicht der Dinge wollen wir bei einer Unterschriftenaktion vor dem Schweriner Schloss gerne mitteilen.

Für ein kulturvolles MV gibt es bestimmt ausreichend Spielraum bei den Diäten unserer Landespolitiker. Deren ganz persönlicher Beitrag zum Erhalt der Bühne und der plattdeutschen Sprache wäre dann beispielgebend.

Wie steht es um den Plattdeutschen Verein to Rehna?

Im kommenden Jahr feiern wir am 14. Juli unser 40-jähriges Bestehen und 30 Jahre Trachtengruppe.

Die Fritz-Reuter-Bühne feierte ihr 85-jähriges Bestehen. Da gehen die Plattsnacker aus Rehna beinahe als große Tochter durch.

Nein, das wollen wir uns nicht anmaßen. Aber die Arbeiten von Fritz Reuter und der gleichnamigen Bühne sind sehr inspirierend. Mit unserer Jugendgruppe genießen wir alljährlich die Weihnachtsaufführung. Am Dienstag sind wir erneut in Schwerin zu Gast.

Findet die niederdeutsche Mundart auf dem Lande ausreichend Beachtung?

Da habe ich keine Angst drum. Wer Plattdeutsch spricht, erhält die richtige Antwort.

Bei Alt und Jung?

Ja, man mag es kaum glauben.

Engagieren sich die Plattsnacker im Bereich Nachwuchsgewinnung?

Jeden Montag üben wir mit einer Kindergruppe an der Regionalschule.

Wie ist die Resonanz?

Sie schwankt.

Lässt sich das ändern?

Ich denke schon. Wir müssen die Werbetrommel rühren und stärker darauf achten, dass die Schule unser Angebote annimmt. Dazu gehört sogar ein Gastspiel der Fritz-Reuter-Bühne im Atrium unserer Schule. Das gab es in den 1950/60er-Jahren im ausverkauften Lindenhof.

Welche Literatur empfehlen Sie zum Fest?

Ut mine Stromtid - das berühmteste Werk von Reuter. Es enthält nachdenkliche, fröhliche und drollige Passagen.

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erstellt am 23.Dez.2011 | 05:27 Uhr

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