Ski- und Snowboardverein Schwerin : Auf der Suche nach dem Schnee

Einmal im Jahr fahren die Vereinsmitglieder gemeinsam auf Skisafari – egal ob Alpin, Langlauf oder eine Wanderung ohne Bretter.
Einmal im Jahr fahren die Vereinsmitglieder gemeinsam auf Skisafari – egal ob Alpin, Langlauf oder eine Wanderung ohne Bretter.

Außergewöhnliche Vereine in Schwerin und Umland – heute: Skifahrer und Snowboarder haben auch ohne Winter viel vor

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04. Juni 2019, 11:27 Uhr

Die Landeshauptstadt hat ein ausgeprägtes Vereinsleben. Alleine im Stadtsportbund sind mehr als 100 von ihnen eingetragen. Doch Schwerin hat mehr als nur Fußball-, Handball- oder Drachenbootgruppen zu bieten. SVZ stellt in dieser Woche außergewöhnliche und besondere Vereine der Stadt und Umland vor. Heute: der erste Ski- und Snowboardverein.

Berge sind hier Mangelware, Schnee im Winter eine Seltenheit. Und doch hat sich vor 16 Jahren der erste Ski- und Snowboardverein gegeründet. „Ich komme aus Schlesien und bin damals auf Fassbrettern zur Schule gefahren“, erzählt Lothar Reinhard. „In Schwerin habe ich dann Gleichgesinnte gesucht und dazu kurzerhand den Verein gegeründet.“ Die ersten Monate seien steinig gewesen mit all den Anträgen und Amtsbesuchen. „Weil ich kurz zuvor meinen Trainerschein absolviert habe, haben wir ab Herbst 2003 Nordic-Walking in den Lankower Bergen angeboten – kostenlos“, so der Vereinsgründer. „Zudem haben wir mit Pressearbeit versucht, neue Interessenten für unsere Truppe zu werben.“

54 Mitglieder haben sich seitdem zusammengefunden – aus Schwerin, dem Umland und aus Rostock. Ein Mitglied wohnt sogar in Kanada, ist dort bei einigen Snowboard-Wettbewerben für den Schweriner Verein angetreten. „Und dabei wurden wir auf der 850-Jahr-Feier der Stadt noch mitleidig belächelt und als Exoten vorgestellt“, erinnert sich Wolf-Dieter Poeggel, der stellvertretende Vorsitzende.

Um nicht jeden Winter vergeblich auf den Schnee warten zu müssen, unternehmen die Mitglieder nicht nur Skiausflüge, sondern gehen gemeinsam wandern, machen Fahrradtouren oder halten sich weiterhin jeden Sonntag mit Nordic-Walking fit. „Zuletzt sind wir im Mai ein Wochenende lang um den Kummerower See geradelt, unsere Wanderung geht in diesem Jahr ins Weserbergland, dann sind wir von Donnerstag bis Sonntag unterwegs“, erzählt Werner Vehlow, der seit einigen Jahren die Vereinsregie inne hat.

Doch ganz ohne Schnee und Berge geht es dann doch nicht. „Einmal im Jahr fahren wir zusammen in den Urlaub – immer nach Südtirol“, sagt der Vereinsvorsitzende. „Dann unternehmen wir eine Skisafari, fahren jeden Tag in ein anderes Gebiet.“ Ein Drittel der Mitglieder wandert, ein Drittel fährt Alpinski, ein Drittel Langlauf. Trainiert wird zuvor in der Skihalle in Wittenburg.

Auch Werner Vehlow ist lieber auf ebenem Terrain unterwegs. „In meiner Schulzeit sind wir viel Langlauf gefahren in den Schweriner Wäldern“, erinnert er sich. Seit 2004 ist er Mitglied im Ski- und Snowboardverein als „blutiger Anfänger“, wie er selbst sagt. Doch es bestehe keine Skipflicht für interessierte neue Mitglieder, macht der Vorstand deutlich. „Ein Interesse für den Verein, die Jahreszeit Winter sollte aber schon vorhanden sein“, so Schatzmeisterin Eva Iwe.

Geselliges Beisammensein ist den Skihasen wichtig, regelmäßig treffen sich sich – alle passend gekleidet in einem hellblauen T-Shirt – zum Kegeln oder monatlich bei „Tau Helga“ zur Mitgliederversammlung. „Das sind echte Höhepunkte im Alltag“, sagt zweite Vorsitzende Wolf-Dieter Poeggel. „Außerdem lernen wir bei den zahlreichen Aktivitäten unser Bundesland ganz neu kennen.“

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