Unterwegs : Auf den Spuren der Blechtrommel

Die Tänzerinnen des Tanztheaters Lysistrate haben  intensiv für das generationsübergreifende Projekt geprobt.
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Die Tänzerinnen des Tanztheaters Lysistrate haben intensiv für das generationsübergreifende Projekt geprobt.

Unter dem Titel „Grass verbindet Generationen“ starten Volkshochschule und Tanztheater Lysistrate eine Exkursion nach Danzig

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23. Juli 2014, 16:00 Uhr

Als Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass im Frühjahr der Landeshauptstadt einen Besuch abstattete, bot er im Gespräch mit Kulturbüro-Chefin Marita Schwabe an, Schwerin bei Kulturprojekten zu unterstützen. Rasch war die Idee geboren, ein Geschichtsprojekt zu entwickeln, das für Jung und Alt gleichermaßen interessant ist. Das wird jetzt Realität. Senioren der Volkshochschule „Ehm Welk“ und Schülerinnen des Tanztheaters Lysistrate begeben sich gemeinsam auf Spurensuche von Günter Grass in dessen Geburtsstadt Danzig.

„Wir haben schon einmal vor zwei Jahren ein generationsübergreifendes Projekt mit Lysistrate realisiert und es ist fantastisch gelaufen“, erklärt Marita Schwabe. Damals führte die Reise ins Baltikum und sei sowohl von den Schülern als auch von den Senioren als sehr bereichernd bewertet worden, berichtet die Volkshochschulchefin. Auf diesen Erfahrungen aufbauend sei nun das Projekt „Grass verbindet Generationen“ entstanden. „Leider konnte Günter Grass aus gesundheitlichen Gründen nicht mitkommen in seine Geburtsstadt. Er hat uns jedoch sehr geholfen, Kontakte hergestellt und persönliche Erinnerungen beigesteuert“, erzählt Schwabe.

Das hat auch die jungen Tänzer des Tanztheater Lysistrate begeistert, das bekannt ist für seine experimentierfreudigen Inszenierungen. Als Ausgangspunkt ihrer neuesten Arbeit wählten sie sich die „Letzten Tänze“ – Tango- und Walzerschritte in Einklang mit der Lyrik von Günter Grass.

„Einige unserer Mädels waren vor zwei Jahren mit auf der Reise mit der Volkshochschule und freuen sich jetzt schon auf ,unsere Omis‘, wie sie sagen. Es wird ganz sicher wieder ein echtes Abenteuer“, sagt Silke Gerhardt, die Leiterin der Tanztheatergruppe des Goethegymnasiums. Die Schülerinnen hatten sich im Vorfeld aber nicht nur künstlerisch mit dem Thema auseinandergesetzt, sondern auch literarisch mit Grass und seinem berühmten Roman „Die Blechtrommel“ und dessen geschichtlichen Zusammenhängen. „Entstanden ist eine 15-minütige Performance mit Live-Musik von Violine, Saxofon und selbstverständlich Blechtrommel“, berichtet Gerhardt. Vor den Sommerferien und selbst noch nach der Zeugnisübergabe wurde intensiv geprobt, denn bis zum Start nach Danzig war nicht viel Zeit.

Nun sind die sechs Tänzerinnen und eine Musikerin sowie die Senioren der Volkshochschule bereits in der Geburtsstadt von Günter Grass, um auf seinen Spuren Inspiration zu sammeln und ihr Können zu zeigen. Die Performance wird an mehreren Stellen der Stadt Danzig aufgeführt. Höhepunkt ist der Auftritt in der „Galeria Grassa“. Und in Gespächen mit den Schweriner Senioren an historischen Stätten wird Geschichte in einer neuen Dimension für die Schüler erlebbar. „Wir gewinnen hier zudem Inspiration für ein generationsübergreifendes Theaterprojekt an der Schnittstelle mehrerer Künste – Musik, Tanz, Film, Schauspiel, Fotografie“, sagt Silke Gerhardt. Das soll im Herbst in Schwerin Premiere haben.

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