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Mehr Vollkorn, Weniger Zucker : Auf den Geschmack gekommen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gesund und lecker: Michael Schröder ist der neue Koch in der Rastower Kindertagesstätte

svz.de von
erstellt am 31.Jan.2015 | 16:00 Uhr

Den Hackbraten und die Kartoffeln hat Leni schon fast verputzt. Den Rosenkohl auch. Rosenkohl ist gesund, steckt in ihm doch ganz viel Kalium. Dass Kalium für den menschlichen Körper essenziell ist, ist der Vierjährigen erst einmal nicht so wichtig. Hauptsache es schmeckt. Mineralstoffe im Essen, dieses Thema ist Michael Schröder aber keineswegs egal. Er ist seit November vergangenen Jahres der neue Koch in der Kita „Lütte Swölken“ in Rastow und will den 105 Jungen und Mädchen sein gesundes Essen schmackhaft machen. Dass es dabei auch vermehrt vegetarisch zugeht, daran muss sich der Nachwuchs aber noch etwas gewöhnen – und die eine oder andere Kraft aus dem 14-köpfigen Erzieherteam auch.

Für Kita-Leiterin Monika Bolt steht fest: Michael Schröder ist der Richtige für die Kita-Küche. „Er war einer von 16 Kandidaten und hat als einziger einen Musterspeiseplan erstellt, der alle Standards erfüllt hat“, sagt Boldt. Standards – seit Jahren orientiert sich die Rastower Kita am „DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder“ DGE, das steht für Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Diese wurde 2009 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft damit beauftragt, Kindertageseinrichtungen bei der Ausgestaltung der Verpflegung zu unterstützen.

Michael Schröder ist ein freundlicher Mann mit drahtiger Figur, die vermuten lässt, dass Fast Food auf dem privaten Speiseplan des 41-Jährigen nichts zu suchen hat. Jetzt steht er im kleinen Vorratsraum der Kita und schaut sich den Bestand an. In den Regalen steht noch viel von dem, was demnächst nicht mehr in Hortmengen gekauft werden soll. „Hier“, sagt Schröder und nimmt eine Kakao-Verpackung in die Hand, „der hat 60 Prozent Traubenzuckeranteil“. Kakao wird jetzt reduziert, stark reduziert. Wie Weizenmehl und Weißzucker auch. „Damit werden Mineralstoffe aus dem Körper gezogen“, weiß der Koch. Stattdessen gibt es mehr Dinkelmehl oder Rohrzucker. Und die eine oder andere Portion Kartoffeln wird ersetzt durch Vollkorn-Nudeln oder -Reis.

Stück für Stück wird der Speiseplan modifiziert. Neue Gerichte einzuführen, das sei, so Schröder, nicht einfach und brauche seine Zeit. „Das Elternhaus prägt die Essgewohnheiten“, weiß Schröder, der seit 24 Jahren in der Branche arbeitet, auch in der Schweiz und zuletzt drei Jahre im Bio- und Gesundheitshotel Gut Stellshagen gearbeitet hat. Und was zu Hause auf den Tisch kommt, sei, so der Koch, nicht immer das Gesündeste. Um auch den Eltern Alternativen aufzuzeigen, gibt es in der Kita Kochkurse. Bezug zur Nahrung aufzubauen, das gehört zum Konzept der kleinen Schwalben in Rastow. Kresse wächst auf der Fensterbank, Kürbisse gedeihen im Garten. „Kürbissuppe, die ist beliebt“, sagt der Küchenmeister, der in Neustadt-Glewe zu Hause ist und neben dem Job in der Kita auch einen Catering-Service für vegetarische Kost anbietet.

„Die Ernährungsbildung hat bei uns einen hohen Stellenwert“, sagt Kita-Leiterin Monika Bolt und spricht vom Vorteil, dass in der Kita Küche und Bistro/Speiseraum eine Einheit bilden. So bekämen die Kinder mit, was in der Küche passiere. 3,60 Euro kostet die Vollverpflegung, die bereits 2011 im ehemaligen Landkreis Ludwigslust eingeführt wurde, pro Tag. Die Gemeinde als Trägerin der Einrichtung stockt diesen Betrag mit einem Eigenanteil auf.

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