zur Navigation springen

Großbaustelle Schwerin : Auf dem Marienplatz wirds noch enger

vom

Der Bauablauf auf dem Marienplatz in Schwerin wird immer komplizierter. Vom 10. September an fahren auch die Nahverkehrsbusse über die größte Baustelle der Stadt - allerdings gilt weiterhin der Baustellenfahrplan.

svz.de von
erstellt am 21.Aug.2012 | 06:44 Uhr

Altstadt | Der Bauablauf auf dem Marienplatz wird immer komplizierter. Zusätzlich zu den Straßenbahnen werden vom 10. September an auch die Busse der Linien 10 und 14 über die größte Baustelle der Stadt geleitet. Die Mecklenburgstraße ist dann wieder busfrei. Der Nahverkehr setzt seine Fahrzeuge allerdings weiter nach dem Baustellen-Fahrplan ein.

"Wir mussten den Bauablauf den Lieferungen der Pflastersteine aus China anpassen", sagt Baustellen-Koordinator Reinhard Henning. "Bisher kamen die Steine nicht in der bestellten Reihenfolge." (SVZ berichtete) Und so musste immer wieder umgestellt werden: Bereiche, die längst fertig sein sollten, konnten noch nicht angefasst werden, andere sind bereits abgeschlossen. Bei aller Flexi bilität der Baubetriebe lässt sich Beton aber nicht einfach so in ein erdachtes Zeitkorsett pressen. "Um einen quasimonolithischen Aufbau der Pflasterflächen zu erreichen, können sie erst nach 28 Tagen voll belastet werden", erklärt Henning. "Würden wir diesen Zeitraum nicht einhalten, hätten wir innerhalb kürzester Zeit schon Schäden." Und so erscheint so manche Fläche auf dem Marienplatz bereits im neuen Pflasterglanz. Diese dürfen zwar betreten, aber noch nicht mit schweren Bussen befahren werden. Ursprünglich waren die Planer davon ausgegangen, dass 20 Tage für den Beton ausreichen würden. Dann ist jedoch die volle Tragfähigkeit noch nicht gegeben. "Wir wollen kein Risiko eingehen." Anderer Beton mit bestimmten Zusätzen konnte nicht eingesetzt werden. "Wir arbeiten nach dem so genannten Dresdener Verfahren", sagt Reinhard Henning. "Zuschlagstoffe, Fugenmörtel und so weiter sind genau vorgegeben." Der Grund: Diese Technologie hat sich bei der Sanierung des Postplatzes in Dresden bewährt, so der Koordinator.

Nahverkehrschef Norbert Klatt wäre lieber weiter durch die Mecklenburgstraße gefahren. "Das wäre technologisch für uns günstiger gewesen, als die einspurige Führung der Busse und Bahnen über den Marienplatz." Aber Klatt beugt sich den Notwendigkeiten. Denn am 10. September soll der Aufbau der Buden und Stände für das Altstadtfest in der Fußgängerzone beginnen. "Wir mussten deshalb da raus", sagt Klatt. Und die Schranken werden dann auch abgebaut sein, versichert er.

Außer dem Wegfall der Bushaltestellen in der Mecklenburgstraße wird sich für die Fahrgäste des Nahverkehrs vorerst nichts ändern. "Alle anderen Haltestellen bleiben dort, wo sie derzeit sind." Die bereits einmal verschobene Rückkehr zum "Normalfahrplan" wird nun erst am 7. Oktober erfolgen. "Dann sind wir fix und fertig, nicht nur mit den Nerven", sagt Norbert Klatt schmunzelnd. Zu diesem Datum sollen nämlich die Pflasterarbeiten im Bereich der Straßenbahnschienen und der Fahrtrassen der Busse komplett abgeschlossen sein. Und die Verkaufsstelle des Nahverkehrs von der Geschwister-Scholl-Straße kann wieder an den Marienplatz ziehen. "Wir sind künftig in der Marienplatz galerie zu finden", kündigt Klatt an.

Die letzte geplante Pflasterlieferung aus China soll am Freitag in Schwerin ankommen. "Ab der kommenden Woche werden deshalb mehr Handwerker vor Ort arbeiten können", sagt Reinhard Henning. Eine zusätzliche Steinlieferung steht dann jedoch noch aus. "Wir mussten nachbestellen, weil doch einige Steine beim Zuhauen zu Bruch gegangen sind." Kein Problem, so der Koordinator. Denn die übrig bleibenden Steine können im nächsten Jahr in der Helenenstraße verarbeitet werden.

Der bisher genannte Fertigstellungstermin für den Marienplatz steht bei allem Hin und Her im Bauablauf fest. "Am 30. November soll alles komplett fertig sein", so Henning. "Vielleicht schaffen wir es sogar etwas früher. Ob dann auch das Wasserspiel vorzeitig in Betrieb geht, wusste er jedoch nicht. "Das ist eine politische Entscheidung."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen