Musikschule : Ataraxia: innovativ, sozial, effizient

Proben für den Auftritt: Ensemble-Arbeit wird bei Ataraxia groß geschrieben.
Proben für den Auftritt: Ensemble-Arbeit wird bei Ataraxia groß geschrieben.

Musik- und Kunstschule in Vereinsträgerschaft bietet Breitenversorgung, Spitzenförderung und facettenreiche Jugendarbeit

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02. Juli 2015, 12:00 Uhr

Die Landeshauptstadt muss sparen und will das auch im Bereich der Musikschulen. Doch wo kann gekürzt werden? SVZ stellt das Profil der drei in Schwerin tätigen Musikschulen vor. Heute: Ataraxia.

Die Musik- und Kunstschule Ataraxia wurde nach der Wende gegründet und wird vom gleichnamigen Verein getragen. Die renommierte Bildungseinrichtung ist aus dem kulturellen Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken. Sie hat mehr als 1500 feste Schüler, weitere gut 400 kommen alljährlich zu den Workshops, Projekten und Ferienangeboten. Ataraxia trägt das Gütesiegel „Staatlich anerkannte Musikschule“ im Verband deutscher Musikschulen und lässt sich gerade als staatlich anerkannte Kinder- und Jugendkunstschule zertifizieren. Ihr Markenzeichen sind die schlanken, hocheffizienten, Strukturen. 80 Prozent des Budget sind Eigeneinnahmen, die sich aus 67 Prozent Unterrichtsgebühren und 13 Prozent weiteren Einnahmen zusammensetzen. Von der Landeshauptstadt kommen 100 000 Euro, die gleiche Summe vom Land.

„Unser Profil ist gekennzeichnet durch die Breitenversorgung, eine erfolgreiche Spitzenförderung und die soziale Komponente“, sagt Jörg Ulrich Krah, der Leiter der Musikschule. Er erläutert: „Unser Angebot orientiert sich stringent am Bedarf, wir haben lange Wartelisten. Mit mehr Geld und Personal könnten wir locker noch mehrere hundert Schüler aufnehmen, aber dafür fehlt uns die Dynamisierung.“ Ein großer Pluspunkt der Schule sei die Heterogenität der Angebote. So könnten auch Kinder aus kulturfernen Schichten erreicht werden. Besonders geschätzt würden auch die flexiblen Unterrichtsformen, insbesondere die Ensemble-Arbeit.

Neben Breitenwirkung werde auch Wert auf Spitzenförderung gelegt. Die Förderklasse „Ataraxia Akademie“ habe sich bewährt, ebenso die Zusammenarbeit mit der HMT Rostock und der Staatskapelle. „Sechs unserer Schüler haben gerade beim Bundesfinale von Jugend musiziert Preise geholt“, berichtet Krah. Hochkarätige Gastdozenten an der Schule würden Schülern und Lehrern Impulse geben.

Die dritte Komponente, die soziale, müsste aus Krahs Sicht viel mehr Unterstützung bekommen, denn sie sei innovative Kinder- und Jugendarbeit mit großer Wirkung. Er verweist auf die gelebte Inklusion, Projektarbeit wie Klassenmusizieren an Schulen, Zusammenarbeit mit Museum, Theater, Kirchen, dem Bauspielplatz oder Patenschaften für Flüchtlingskinder. Für diese Schiene habe auch der Kunstbereich von Ataraxia besondere Wirksamkeit, der etwa zehn Prozent der Schularbeit ausmacht. Dafür hat Ataraxia sieben Kunst- und drei Tanzlehrer auf Honorarbasis. Zum Vergleich: Im Musikschulteil arbeiten sieben angestellte Lehrer und 57 Honorarkräfte. Aber auch im Kunstbereich würden trotz des vergleichsweise geringen Potenzials Spitzenergebnisse erzielt, ergänzt Ataraxia-Geschäftsführerin Gerit Kühl und verweist auf den Trickfilm „Speed Ball Race“, der mit der Sophie Medienwerkstatt produziert wurde und den internationalen Preis „Young Talent Award“ des Mobile Motion Film Festivals in der Schweiz gewonnen hat.

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