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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 22:51 Uhr

Integration : Asiaten lernen von Schwerin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Korrespondenten und Journalisten mehrerer Länder informierten sich über Flüchtlingsarbeit und Integration in der Landeshauptstadt

Es ist immer auch eine Frage der Sichtweise. Wenn der Hundorfer oder Brüsewitzer in die große Stadt fährt, dann reicht ihm vielleicht auch Schwerin. Wenn jemand aus Peking oder Hongkong eine deutsche Stadt kennenlernen möchte, genügt ihm höchstens Berlin. Und so verwundert es kaum, dass eine hochkarätig besetzte Delegation asiatischer Korrespondenten renommierter Zeitungen aus China, Indien & Co. sowie weitere namhafte Journalisten Schwerin für sich entdeckte. Die Großstadt hatten sie mit Berlin gehabt, Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt diente den asiatischen Besuchern für den Bereich „ländliche Region“ als Beispiel. Völlig normal, wenn man Journalist in der Zehn-Millionen-Metropole Neu Delhi ist…

Unter Federführung des Goethe-Instituts machten sich die asiatischen Gäste schlau, wie deutsche Kommunen den Flüchtlingsansturm bewältigen und mit der Integration vorankommen. Für Schwerin nahmen sie sich drei Tage Zeit für Gespräche, aber auch um die Stadt kennenzulernen.

„Wir haben gemeinsam mit ihnen ein Welcome-Café in Lankow besucht, sie waren bei der Oper ,Rusalka‘ im Staatstheater und ich war mit ihnen natürlich auch auf unserem Weihnachtsmarkt“, berichtet Sozialdezernent Andreas Ruhl. Vielleicht komme ja der eine oder andere später als Tourist mit Freunden oder Familie zurück nach Schwerin. „Begeistert waren sie jedenfalls“, bilanziert der Vize-Oberbürgermeister.

Doch das Kulturprogramm war selbstredend nur ein Nebeneffekt des Besuchsprogramms. Vor allem ging es um die Situation in Schwerin. Insgesamt leben in Schwerin 5193 Einwohner mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft. Davon sind 576 Flüchtlinge insbesondere aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Iran und Irak. In der Erstaufnahmeeinrichtung Stern Buchholz leben derzeit rund 1200 Menschen.

„Die Journalisten waren schon beeindruckt, wie wir das alles schaffen“, berichtet Ruhl, der seine Besucher in fließendem Englisch über die Situation aufgeklärt hatte. Vor allem die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge, aber auch die Gesundheitskarte und der Umgang mit unbegleiteten Jugendlichen interessierte die Gäste.

„Der Schlüssel zur Integration ist Arbeit“, lautet das Leitmotiv des Schweriner Sozialdezernenten. „Den Satz habe ich bestimmt auch fünfmal zu unseren Gästen gesagt“, sagt Andreas Ruhl schmunzelnd. „Dafür sind Sprach- und Integrationskurse Voraussetzung. Und die bieten wir über Volkshochschule, Jobcenter und Ehrenamtliche mittlerweile flächendeckend an.“

Und doch genau diesen Punkt erkannten auch die asiatischen Journalisten als größte Unbekannte. „Wenn in den nächsten Jahren tausende Flüchtlinge nach Schwerin kommen, dann wird es mit richtigen Jobs fraglich“, fasst es Sozialdezernent Ruhl zusammen. „Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Der Schlüssel zur Integration ist Arbeit.“


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