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Seniorensport in Schwerin : Argus baut kleine Schwimmhalle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verein will lange Warteliste für Wassergymnastik abbauen und künftig am Lambrechtsgrund auch Reha-Sport im Becken anbieten

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erstellt am 02.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Wer heute in der Landeshauptstadt für die Fitness unter Anleitung Wasser treten möchte oder eine Wassergymnastik als Reha-Maßnahme braucht, benötigt Geduld. Denn die Plätze sind ebenso rar wie begehrt. Möglich ist das derzeit nur in der Dreescher Schwimmhalle, im Belasso-Sportpark und im Mecklenburgischen Förderzentrum in Lankow. In allen drei Häusern hat der größte Sportverein der Stadt, Argus, Hallenzeiten gemietet und macht so mit seinen vier Trainern aktuell rund 450 Interessenten das Sportangebot im Wasser. „Auf der Warteliste stehen derzeit etwa 150 Interessenten“, sagt Vereins-Geschäftsführer Volker Tremel.

Das soll sich ändern. Neben dem Vereinssitz und der gerade erst 2012 eröffneten kleinen Sporthalle will Argus im neuen Jahr eine kleine Schwimmhalle errichten. Das Becken soll speziell für die Bedürfnisse des Vereins eine Größe von acht mal zwölfeinhalb Metern haben – rund hunderte Quadratmeter Wasserfläche. In der Halle sollen zudem Umkleideräume, Dusch- und WC-Bereich sowie Technikräume entstehen.

„Wir haben alles durchgerechnet und uns im Sommer von unseren Mitgliedern die Zustimmung für die Investition geholt“, berichtet Vereinsvorsitzender Gerhard Kowalski. Bis zu einer Million Euro darf die Halle demnach kosten. Das Positive: Über die Sportförderung stellen Landessportbund und Innenministerium eine Unterstützung von 500 000 Euro in Aussicht. Die andere Hälfte will Argus mit seinen 1800 aktiven Mitgliedern und weiteren rund 400 Nutzern der Vereinsangebote über eine Bank finanzieren. Mit mehreren sei man derzeit in intensiven Gesprächen, berichtet Kowalski.

Parallel will der 2004 gegründete Verein, der aus dem SSC-Seniorensport hervorgegangen ist, auch Spenden aus der Wirtschaft für das Schwimmhallen-Projekt einwerben und möglichst viel Eigenleistung in der Bauphase erbringen.

Später dürften davon auch andere Vereine profitieren können. „Wir können schon allein aus ökonomischen Gründen die Schwimmhalle nicht um 16 Uhr zu machen“, sagt der Vereinschef lächelnd. So könnten Selbstzahler und Patienten mit Rezept – verschrieben werden in der Regel 50 Anwendungen – vom neuen Angebot profitieren. „Und wir sparen dabei sogar noch Geld“, erklärt Hans Honsberg. Der Senior hat Argus mit aus der Taufe gehoben und ist gerade erst für sein ehrenamtliches Engagement von der Stadt ausgezeichnet worden. „Denn dann fallen ja auch die Mietkosten weg, die wir im fünfstelligen Bereich jedes Jahr an die Stadt und an Belasso zahlen müssen.“

Auf der anderen Seite, so betonen es die Argus-Verantwortlichen, sollen die Angebote in Lankow und auf dem Dreesch nicht gänzlich wegfallen. „Die Wohnortnähe ist für viele Senioren, die nicht so gut zu Fuß unterwegs sind, entscheidend“, berichtet Honsberg.

In den nächsten Tagen soll sich der Baukredit über eine halbe Million Euro entscheiden. Anfang des Jahres soll der Bauantrag erarbeitet werden. Vorgespräche mit Verantwortlichen der Stadt, so Baudezernent Bernd Nottebaum, habe es bereits gegeben. Auch Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier habe bereits signalisiert, beim ersten Spatenstich im Frühjahr dabei sein zu wollen. „Wir rechnen mit etwa einem Jahr Bauzeit bis zur Fertigstellung“, erklärt Vereinsvorsitzender Kowalski.

„Wir begrüßen und unterstützen das Vorhaben ausdrücklich“, sagt Matthias Tillmann, in der Stadtverwaltung für Sportangelegenheiten zuständig. „Der Neubau wird die Schwimmhalle auf dem Dreesch und das Becken in Lankow entlasten. Die Nachfrage ist sehr groß und wir können aus eigener Kraft keine Abhilfe schaffen.“


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