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Schöner wohnen, leben und arbeiten : Architekten sollen Stadt Baukultur geben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Politiker debattieren wiederholt über Charta, um Wohnen, Arbeiten und Leben in Schwerin zu verbessern

Nachdem die Einführung einer „Charta für Baukultur“ in Schwerin im Jahr 2007 schon einmal gescheitert war, startet das Amt für Stadtentwicklung jetzt einen neuen Versuch. Derzeit debattieren die Fachausschüsse der Stadtvertretung über das Papier. Ziel der Satzung ist es, das öffentliche Bewusstsein für Baukultur in Schwerin zu schärfen und unter anderem die Welterbe-Bewerbung der Landeshauptstadt voran zu bringen. Ein Experten-Team aus Stadtplanern, Architekten, Professoren, Soziologen und Projektentwicklern hatte den Entwurf der „Charta für Baukultur“ bereits Mitte September fertig und vorgestellt (SVZ berichtete). Das Projekt ist Bestandteil des Forschungsprogramms „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Das Vorhaben ist in Schwerin aber umstritten. Die bislang angenommenen Kosten in Höhe von 60 000 Euro unter anderem für externe Fachleute seien im Haushalt für das Jahr 2014 gar nicht eingestellt, kritisierte Silvio Horn, Vorsitzender der Fraktion der Unabhängigen Bürger, im Hauptausschuss. Allerdings brauche es nach Angaben der Verwaltung einige Zeit, bis sich ein entsprechender Expertenbeirat für die Stadt zusammensetzen würde. Das hänge auch von der Zusammenarbeit mit der Landesarchitektenkammer ab.

Der fraktionslose Stadtvertreter Manfred Strauß befürwortet die Charta. „Die Baukultur in einigen Schweriner Eigenheimgebieten ist schlecht und städtebaulich teilweise voll daneben“, sagt er deutlich. „Das Papier kommt viel zu spät“, sagt Grüne-Stadtvertreterin Renate Voß. Auch Denkmalschützer müssten im Beirat vertreten sein. Silvio Horn forderte zudem die Teilnahme von Stadtpolitikern. „Eine große Mehrheit wird sich aber aus Architekten und Stadtplaner zusammensetzen“, so Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff.

Ein gutes Beispiel für die Arbeit eines Gestaltungsbeirates, der einen wachen Blick auf die Pläne der Investoren behält, ist nach Ansicht der Stadtverwaltung das Projekt Waisengärten in der Werdervorstadt. Das Gremium soll verhindern, dass so mancher „Wildwuchs“ – wie in anderen Neubaugebieten – am wohl attraktivsten Wohnstandort am Schweriner See vermieden wird. Bürgervorbehalte, Naturschutzauflagen, Forderungen des BUND – es war sehr viel zu bearbeiten. Doch nun gehts voran. An den „Schwanenwiek“-Häusern wird gebaut – „in hoher Qualität“, wie mehrere Fachleute und die Stadtverwaltung betonen.

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erstellt am 02.Jan.2014 | 23:13 Uhr

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