Pläne haben Bestand : Architekten prüfen Offizierscasino

Ortstermin Stellingstraße: 50 Architekten kamen zur Besichtigung.
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Ortstermin Stellingstraße: 50 Architekten kamen zur Besichtigung.

Unternehmensgruppe Hydraulik Nord versichert Schweriner Fachleuten: Im Frühjahr beginnt Umbau des Gebäudes zur Firmenzentrale

Was passiert mit dem ehemaligen Offizierscasino in der Stellingstraße ? Ist das markante, denkmalgeschützte Bauwerk auf dem Artillerieberg dem Verfall preisgegeben oder wird es doch noch die lange angekündigte Sanierung geben ? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, hatte die Schweriner Gruppe der Architektenkammer mit dem Eigentümer der Immobilie, der Unternehmensgruppe Hydraulik Nord, und der baubetreuenden Architektin Prof. Kirsten Schemel einen Ortstermin vereinbart. Das Interesse war riesig, etwa 50 Experten waren gekommen.

„Unsere Gruppe trifft sich regelmäßig zur Baubesichtigung von markanten Objekten“, sagte Architekt Andreas Rossmann. „Wir wollen uns vor Ort informieren und diskutieren, im großen Kreis treffen wir uns nicht oft.“ Stefan Rimpel ergänzte: „Das Offizierscasino und seine Zukunft interessiert viele, seine Sanierung ist eine große Herausforderung.“

Die Architekten bekamen tatsächlich sachkundige Antworten. Die entscheidende gab Maria Genkel von Hydraulik Nord: „Ja, wir halten an unseren Plänen fest. Das Gebäude wird saniert und zur Firmenzentrale umgebaut. Wir werden definitiv im nächsten Frühjahr beginnen“, versicherte die Vertreterin des Eigentümers.

Warum der Baustart immer wieder verschoben worden war – die Stadt hatte die Baugenehmigung schon vor einem Jahr erteilt –, erklärte die betreuende Architektin: „Das Vorhaben ist sehr kompliziert wegen seiner Komplexität. Das macht schon der technische Status Quo deutlich. Mehr als 20 Jahre Leerstand haben schwerwiegende Schäden hinterlassen. In mehreren Räumen besteht Einsturzgefahr, das Gebäude ist asbestbelastet und von Schwamm befallen.“ Deshalb habe eine sehr akribische Prüfung der Bausubstanz und eine individuelle Bewertung aller schadhaften Stellen erfolgen müssen. „Unser Wunsch ist es, die Originalsubstanz weitgehend zu erhalten“, betonte Prof. Schemel. Das könne aber nicht um jeden Preis geschehen – was zu Auseinandersetzungen mit der Denkmalpflege führte. Ebenso wie die künftige Nutzung. „Das Dachgeschoss in seiner jetzigen Form ist nicht ausbaufähig. Wir brauchen aber eine dritte Etage für die Unterbringung der Büros“, nannte die Berliner Architektin nur ein Beispiel. Auch müssten Deckenhöhen und Zwischenwände verändert werden.

Die prägenden Elemente indes sollen erhalten bleiben: die Schaufassade, die Terrassen, der Turm mit Eisentreppe, die beiden Treppenhäuser, die drei Hauptschiffe, der hohe Speisesaal, der Konferenzraum wird, der gusseiserne Zaun, der alte Baumbestand und die ursprüngliche zentrale Auffahrt von der Stellingstraße her. Die Mauer an der hinteren Seite verschwindet, das Gelände wird anmodelliert. Als Zeitschiene für den Umbau geben Bauherr und Architektin knappe zwei Jahre an. Der Einzug sei Ende 2016 geplant.

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