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Zeitung für die Landeshauptstadt

12. Dezember 2017 | 11:32 Uhr

Statistik : Arbeitsmarkt auf West-Niveau

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erwerbslosen-Zahl in der Region sinken erstmals unter 21 000. Agentur-Chef: Quote in Schwerin so hoch wie in Neumünster oder Flensburg

svz.de von
erstellt am 30.Sep.2014 | 22:00 Uhr

Die Zahl der Erwerbslosen in Westmecklenburg ist im September erstmals seit Anfang der 90er-Jahre unter die Marke von 21 000 gefallen. Exakt 20 721 Menschen in der Region waren nach Angaben der Schweriner Arbeitsagentur im vergangenen Monat ohne Job, 939 weniger als im August und 1863 weniger als vor einem Jahr. „Nach der Sommerpause wird nicht nur wieder Personal eingestellt, auch der Ausbildungsbeginn führt jedes Jahr zu einem Rückgang der Arbeitslosen-Zahl“, sagte gestern Arbeitsagentur-Chef Dirk Heyden bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen. Er machte aber nicht nur saisonale Faktoren für den positiven Trend verantwortlich. Auch die demografische Entwicklung spiegele sich in der geringeren Erwerbslosigkeit wider, so Heyden.

In der Landeshauptstadt waren im September 5155 Menschen arbeitslos registriert, 207 weniger als vor einem Monat und 298 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum August von 11,1 auf 10,7 Prozent zurück. Mit diesem Wert bewege sich Schwerin durchaus auf dem Niveau von Städten etwa in Schleswig-Holstein, betonte Heyden. So habe zum Beispiel Neumünster eine Quote von 10,6 Prozent, in Flensburg liege sie bei 10,3 Prozent.

Dass die Erwerbslosenquote in Schwerin höher ist als in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim (7,6 Prozent) und Nordwestmecklenburg (8,3 Prozent) begründete der Agentur-Leiter mit der besonderen Sogwirkung von Städten. Unter anderem wegen des günstigeren Wohnraumes ziehe es viele Menschen, die auf Grundsicherung angewiesen seien, vom Land in die Stadt. Diese Zuwanderung schlage sich dann auch in der Arbeitslosenstatistik nieder, so Heyden.

Insgesamt 10 163 sozialversicherungspflichtige Jobs haben die Betriebe in der Region seit Jahresbeginn dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service Westmecklenburg gemeldet, rund zehn Prozent weniger als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt. Derzeit seien aber trotzdem noch 3080 Stellen zu besetzen, erklärte Heyden. „Die hohe Zahl offener Stellen verdeutlicht die Schwierigkeiten, Stellen und Arbeitssuchende zusammenzubringen.“ Gesucht würden vor allem Fachkräfte in Zeitarbeitsunternehmen, im verarbeitenden Gewerbe, im Handel, in der Gastronomie, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Baugewerbe, so Heyden.

Obwohl die konjunkturellen Impulse auf dem Arbeitsmarkt aus seiner Sicht durchaus noch größer sein könnten, rechnet der Leiter der Arbeitsagentur damit, dass die Zahl der Arbeitslosen in Westmecklenburg im kommenden Jahr unter die 20 000er-Marke sinken wird. Ein neues Bundesprogramm soll dabei helfen, dass auch Langzeitarbeitslose stärker als bisher von der günstigen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitieren.

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