Flüchtlinge in Schwerin : Apothekerin kommt aus Syrien

Kann wieder in ihren erlernten Beruf arbeiten: Mayssa Fattoum freut sich, dass sie in der Regenbogen-Apotheke von Helga Braun eine Anstellung gefunden hat.
Kann wieder in ihren erlernten Beruf arbeiten: Mayssa Fattoum freut sich, dass sie in der Regenbogen-Apotheke von Helga Braun eine Anstellung gefunden hat.

Mayssa Fattoum hatte in ihrer Heimat ein eigenes Geschäft – nun unterstützt sie das Regenbogen-Team im Mueßer Holz

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06. November 2017, 08:00 Uhr

In ihrer Heimat hatte sie eine eigene Apotheke, dann kamen der Krieg und die Flucht. Seit knapp drei Jahren lebt Mayssa Fattoum in Deutschland. Und seit ein paar Monaten arbeitet die 42-jährige Syrerin auch wieder in einer Apotheke. Helga Braun, Inhaberin der Regenbogen-Apotheke in der Hamburger Allee, gab Mayssa Fattoum zunächst einen Praktikumsplatz und dann einen Job.

„Um meine Fachsprachen-Prüfung bei der Apothekenkammer machen zu können, brauchte ich ein Praktikum, so bin ich mit Frau Braun zusammengekommen“, sagt Mayssa Fattoum. Sprachkurs um Sprachkurs hat die Syrerin gemacht, um in ihrer neuen Heimat Fuß zu fassen und wieder in ihrem alten Beruf arbeiten zu können.

Mit ihren beiden Kindern, heute 15 und 12 Jahre alt, hatte sich Mayssa Fattoum im Sommer 2014 auf den Weg gemacht, sich über den Libanon, die Türkei und Griechenland bis nach Deutschland durchgeschlagen. „Auf unsere Stadt in der Nähe von Hama sind viele Bomben gefallen. Wir hatten Angst um unser Leben, deshalb haben wir Syrien verlassen“, erzählt sie.

In Mecklenburg-Vorpommern fühle sie wohl, sagt Mayssa Fattoum. „Schwerin ist eine kleine, alte Stadt.“ Die Innenstadt erinnere sie fast ein wenig an Damaskus. Stolz ist die 42-Jährige auf ihre Kinder: „Sie besuchen die Astrid-Lindgren-Schule und haben gute Noten.“ Auch der Ehemann, der als Bauingenieur in Oman gearbeitet hat, ist in die Bundesrepublik gekommen, lebt bei seiner Familie. „Wir haben in Schwerin neue Freunde gefunden“, berichtet Mayssa Fattoum, deren Geschwister über die Welt verteilt sind, nur die Eltern leben noch in Syrien.

Im Geschäft von Helga Braun arbeitet Mayssa Fattoum als Apothekerin unter Aufsicht. In zwei Jahren möchte sie ihre Approbation erwerben, um eigenständig tätig sein zu können. „Die Kollegen sind sehr nett und unterstützen mich“, sagt die Syrerin. Sie erklärten ihr zum Beispiel auch, was es bedeute, wenn ein Kunde über „Winde im Bauch“ klage.

Helga Braun gibt Mayssa Fattoum eine Chance. „In der Apotheke habe ich auch schon eine russische Mitarbeiterin“, sagt die Schwerinerin. „Wir sind international aufgestellt, können mit den Kunden nun auch Arabisch sprechen.“

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