Grambow : Apfelsaft-Marathon in Grambow

Haben die Idee aus der Taufe gehoben: Marie-Louise und Herbert Piotrowski.
Haben die Idee aus der Taufe gehoben: Marie-Louise und Herbert Piotrowski.

508 Liter Süßmost: Einwohner sammeln auf den Streuobstwiesen und bringen auch private Spenden Unterstützung für Spielplätze

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28. Oktober 2019, 09:33 Uhr

„Der kann weg, überall wurmstichig und braun“, sagt Marie-Louise Piotrowski und wirft den kleinen Apfel in den Eimer. Ohne lange zu schauen wandern ihre Hände wieder in das eisige Wasser. Dutzende Äpfel schwimmen darin. Die müssen vom Schmutz der ersten Herbsttage befreit werden. „Und ab damit in die Presse“, erklärt Herbert Piotrowski den nächsten Schritt. Denn direkt neben den beiden steht die mobile Presse. Sie verarbeitet die kleinen und großen Früchte zu Apfelsaft. Und auf den haben es nicht nur die beiden Wodenhofer abgesehen, sondern die gesamte Gemeinde. Die Grambower haben nämlich gesammelt – auf den Streuobstwiesen wir auch in den heimischen Gärten.

Geboren ist die Idee vor fünf Jahren im Ortsteil Wodenhof. Poitrowskis haben das Apfelsaft-Projekt aus der Taufe gehoben. „Wir haben einige Obstbäume im Ort und wollten die Früchte nicht alle den Tieren überlassen. Also haben wir gesammelt und Apfelsaft daraus machen lassen“, erinnert sich Marie-Louise Poitrowski. 70 Pappkartons mit je drei Litern Saft sind beim ersten Versuch herausgekommen. Die landeten in den Regalen des Dorfladens. „Wir waren alle skeptisch und hatten Angst, dass wir ihn nicht loswerden“, sagt die Wodenhoferin. Doch die Angst war unbegründet: Nach drei Wochen war der komplette Saft verkauft und erste Vorbestellungen für das folgende Jahr trudelten ein. Und so wurde weitergemacht. In Wodenhof. Mittlerweile auch in Grambow. In diesem Jahr hatte Familie Zilinski aus Alt Meteln den Aufruf zum Sammeln in der Zeitung gelesen und Säcke gefüllt mit Äpfeln gespendet.

Bürgermeister Sven Baltrusch freut sich über die große Resonanz: „Es ist schön zu sehen, dass sich auch viele Kinder beteiligen und hier lernen, wie Apfelsaft gemacht wird.“ Ein Teil des Erlöses vom Apfelsaft-Verkauf werde für Spielplatz-Projekte in der Gemeinde eingesetzt. Zudem gibt es aktuelle Pläne, die Streuobstwiese in Grambow zu erweitern. „Wenn es im nächsten Jahr noch mehr Familien werden, die beim Sammeln, aber auch beim Waschen der Äpfel helfen, würde ich mich sehr freuen“, betonte der Bürgermeister. Mit der Ausbeute in diesem Jahr sind die Wodenhofer wie auch Grambower zufrieden. Das Ergebnis könne sich sehen lassen: „Wir haben 136 Kartons mit jeweils 3 Litern und 20 mit 5 Litern. Die Ausbeute vom vergangenen Jahr wurde mehr als verdoppelt. 2018 hatten wir 70 Drei-Liter-Kartons“, erzählt Sven Baltrusch. Der frische Apfel-Saft wird in den kommenden Tagen im Dorfladen zu kaufen sein.

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