Radweg Neumühle : Anwohner sehen deutliche Gefahr

Schutzstreifenerhitzt Gemüter: Walter Kelle fühlt sich jedoch sicher auf dem Radweg in Neumühle.
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Schutzstreifenerhitzt Gemüter: Walter Kelle fühlt sich jedoch sicher auf dem Radweg in Neumühle.

Erster Unfall mit Radfahrern: Schutzstreifen in Neumühle sorgt für Diskussionen / Stadtverwaltung verweist auf übererfüllte Vorschriften

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25. November 2014, 12:00 Uhr

Der Radweg ist eine Zumutung, sagt Detlef Stuth. Der Familienvater hält den neuen Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn schlichtweg für „Blödsinn!“ Seiner Tochter verbietet er, den Radstreifen zu nutzen. „Sie fährt auf dem Gehweg, und wer etwas dagegen einzuwenden hat, der kann sich ja melden. Dann ziehe ich vor Gericht“, versichert der Schweriner. Besonders gefährlich sei der Abschnitt aber nicht direkt vor seinem Haus, sondern einige Hundert Meter weiter in der Senke bei den Gartenanlagen. „Auf diesem Ende rät selbst die Polizei, die gegenüberliegende Fahrbahn zu nutzen“, erklärt Stuth und fragt: Wann wird sich etwas ändern? „Wir müssen doch nicht erst warten, bis der erste Unfall passiert“, so der Schweriner.

Doch darauf muss er nicht mehr warten. Am vergangenen Donnerstag wurden zwei Radfahrerinnen dort verletzt. Ein Linienbus hatte auf der Neumühler Straße in Höhe der Tierklinik zwei junge Radfahrerinnen erfasst. Beide Radlerinnen stürzten. Nach Angaben der Polizei wurde eine 14-Jährige schwer und eine 15-Jährige leicht verletzt. Derzeit beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft mit dem Unfall und soll klären, wer die Schuld trägt. „Das ist der erste Unfall nach Einführung des Schutzstreifens. Wir als Polizei raten weiterhin, den aufgezeichneten Bereich auf der Straße zu nutzen. Es kann sein, dass die Kollegen auf der Straße mal ein Auge zudrücken, sollte jemand die falsche Seite nutzen oder auf dem Gehweg fahren“, erklärt Polizeisprecherin Jenny Schwabe und wollte die Aussage von Detlef Stuth nicht bestätigen. „Das Gesetz erlaubt es lediglich Kindern bis zehn Jahren, den Gehweg mit dem Fahrrad zu nutzen“, betont sie.

Bei der Stadt kann man die Aufregung nicht ganz nachvollziehen: „Den Schutzstreifen gibt es seit dem 6. Dezember 2011. Der Unfall in der vergangenen Woche war der erste in der gesamten Zeit. Die Anforderungen für solche Schutzstreifen sind mehr als eingehalten“, erklärte Geert Böcker, Abteilungsleiter Verkehrsplanung der Stadt. Vorgeschrieben sei für den Streifen eine Mindestbreite von 1,25 Meter. In Neumühle misst er 1,50 Meter. Und für den restlichen Teil der Straße ist eine Mindestbreite von 4,50 vorgesehen. „Wir haben im Tempo-30-Bereich fünf Meter und im 50er-Bereich sogar sechs Meter Fahrbahn“, ergänzt Geert Böcker.

Für Walter Kelle ist der Schutzstreifen in Neumühle kein Problem: „Ich finde den prima. Ich fühle mich sicher. Es ist genügend Platz“, sagt der Rentner. Doch auch er gesteht ein: „Kinder würde ich auf dem Streifen nicht fahren lassen.“

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