Schwerin : Anwohner fordern Wendeschleife

102 Busse sollen täglich das Wohngebiet durchqueren.
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102 Busse sollen täglich das Wohngebiet durchqueren.

Geänderte Buslinie 7 sorgt weiterhin für Ärger/ Anwohner möchten eine Verlegung der Strecke / Nahverkehr sieht diese Lösung nicht

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08. Dezember 2014, 08:00 Uhr

Einige Wochen sind vergangen, seitdem die Buslinie 7 geändert wurde. Sie fährt jetzt mitten durch das Wohngebiet der Gartenstadt  (SVZ berichtete). Und weiterhin sorgt sie für Ärger.

Die Anwohner der betroffenen Straßen  haben mehr als 100 Unterschriften gesammelt. Sie möchten, dass die Busse nicht mehr durch das Wohngebiet rollen. Zunächst wollen sie  aber Antworten: „Wie ist das Verfahren gelaufen? Warum fährt der Bus hier lang?“, fragt Uwe Rosenkranz stellvertretend für  alle Anwohner.  Sie seien   vor vollendete Tatsachen gestellt worden. „Ich war der Erste, der hier gebaut hat und ich wusste, dass hier mal ein Bus lang fahren kann, aber doch nicht in dem Ausmaß“, so Rosenkranz . Der Bus der Linie 7 solle 608-mal in nur einer Woche an seinem Haus vorbeifahren. Er habe   anhand der Zahlen vom Nahverkehr berechnet, dass bei 576 Zu- und Aussteigern an den neuen Haltestellen nicht mal eine Person auf eine Fahrt kommt. Er frage sich, ob  sich  das überhaupt  für den Nahverkehr rechne.

„Rein wirtschaftlich gesehen ist es für uns ein voller Erfolg“, erklärt Nahverkehr-Geschäftsführer  Norbert Klatt. In nur drei Wochen habe das Unternehmen Mehreinnahmen von rund 40 000 Euro und das nur mit dieser Verbindung. Laut Klatt habe sich die Anzahl der Fahrgäste  auf dieser Linie verdoppelt.

Auch die Frage, wie das Verfahren gelaufen sei, kann Klatt beantworten: „Ein Bus ist hier seit 2001 durch die Stadt geplant.“ Dies bestätigt auch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Rostock. Die Stadt teilt auf Anfrage mit, dass bereits im Bebauungsplan „Neue Gartenstadt Schwerin“   im Jahr 2001 auf die geplante Führung der Buslinie 7 hingewiesen wurde. Die B-Pläne sollen öffentlich ausgelegt worden sein. Jeder Betroffene hätte sich dazu  äußern können. „Es erfolgte immer eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit“, so Stadtsprecherin Michaela Christen.

 „Die Verlegung der Strecke steht in keinem Zusammenhang mit dem Abriss der Stadionbrücke.  Der Zeitpunkt war lediglich so gewählt, dass beide Ereignisse zusammenfallen“, erklärt Klatt. Durch die Sperrung der Brücke musste  der Fahrplan angepasst werden. Da die Fahrplanänderung durch die Gartenstadt ohnehin geplant gewesen wäre, hätte der Nahverkehr es in einem Abwasch mit der Sperrung vorgenommen. Sonst hätten zwei Änderungen stattfinden müssen.

Die Anwohner wollen zu einer möglichen Lösung beitragen. So hat  Dietrich Wegner den Vorschlag unterbreitet,  auf dem Gelände des Technologie- und Gewerbezentrums (TGZ) eine Wendeschleife zu bauen. Dann bräuchte der Bus nicht mehr direkt durch das Wohngebiet zu fahren. Die Mitarbeiter des TGZ könnten dennoch problemlos zur Arbeit kommen. Auch TGZ-Geschäftsführer Klaus Seehase hält das für eine gute Idee und hat sie schriftlich bei der Stadt eingereicht. „Wir bauen für unsere Lkw sowieso eine Wendeschleife, diese kann dann auch von den Bussen genutzt werden“, so Seehase. Eine Wendeschleife würde etwa 50 000 Euro kosten.  Die Stadt müsse nichts dafür zahlen. „Die  meisten Fahrgäste dürften vom TGZ sein“, so Seehase. Im nächsten Jahr solle das Zentrum weiter ausgebaut werden, dann würden noch mehr Leute  mit dem Bus fahren. Was aus seiner Sicht für eine Wendeschleife spricht.

Norbert Klatt sieht diese Möglichkeit aber nicht. Aus seiner Sicht solle es keine Änderung in der Streckenführung geben. „Das Wohngebiet soll erschlossen werden und nichts anderes“, unterstreicht Klatt. Auch in anderen Gebieten wie   Krebsförden würde der Bus mitten durch das Wohngebiet fahren.

Die Anwohner wünschen sich nun eine genaue Prüfung der Verkehrssituation durch die Stadt.


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